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Wirtschaftsforum der CSR-Beratungsstelle: Nachhaltiges Wirtschaften bietet Chancen für den Mittelstand

Zwei Personen

Jürgen Steinmetz (l.), Allgemeiner Vertreter des Landrats, freute sich, den geschäftsführenden Inhaber des Textilherstellers Trigema Wolfgang Grupp als Hauptgast des Wirtschaftsforums zu begrüßen.

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"Nachhaltiges Wirtschaften als Erfolgsmodell für den Mittelstand" stand im Mittelpunkt eines Forums, zu dem die CSR-Beratungsstelle der Wirtschaftsförderung des Rhein-Kreises Neuss eingeladen hatte. Über 200 Gäste interessierten sich für den Vortrag von Wolfgang Grupp, den geschäftsführenden Inhaber der Firma Trigema, über das Thema "Die Verantwortung von Unternehmern ist die Voraussetzung für sichere Arbeitsplätze".

Am Beispiel seines Betriebs, den er nach der Maxime der Nachhaltigkeit führt, ermunterte Wolfgang Grupp den Mittelstand dazu, den Weg in die unternehmerische Verantwortung zu wählen. Der Firmeninhaber aus dem schwäbischen Burladingen sagte: "Zum Erfolg tragen immer viele bei. Nicht nur ein verantwortungsvoller Firmeninhaber oder Geschäftsführer, sondern vor allem auch engagierte und motivierte Mitarbeiter." Die Firma Trigema ist heute der einzige in Deutschland verbliebene und heimatlich produzierende Textilhersteller, während viele ehemalige Konkurrenten Insolvenz anmelden mussten. Für Wolfgang Grupp ist es selbstverständlich, seine Mitarbeiter anständig zu behandeln. "Das haben meine Mitarbeiter verdient und das zahlen sie mir durch Leistung zurück und halten damit unsere Firma im Wettbewerb", erläuterte er.

Verantwortung trägt der Trigema-Inhaber aber auch in anderen Bereichen - so zum Beispiel im Umgang mit der Umwelt, wenn er umweltfreundliche, sich selbst zersetzende Textilien produziert. Darüber hinaus richtet er sein Augenmerk auf die Liefer- und Wertschöpfungskette. Er betonte: "Natürlich will ich wie jeder andere Firmeninhaber auch in erster Linie Geld verdienen, aber Geschäfte mache ich nur mit denen, die verantwortlich und nicht ausbeuterisch mit ihrer Umwelt und ihren Mitmenschen umgehen."

Jürgen Steinmetz, Allgemeiner Vertreter des Landrates, wies darauf hin, dass die kleinen und mittleren Unternehmen heute bereits den Großteil der Verantwortung tragen. Sie beschäftigen 70 Prozent der Beschäftigten und stellen 80 Prozent der Ausbildungsplätze zur Verfügung. Ziel der Wirtschaftsförderung des Rhein-Kreises Neuss ist - so Steinmetz -, für die hiesigen Mittelständler Unterstützung und Beratung anzubieten. Dabei sieht er die die "Corporate Social Responsibility" (CSR) als Möglichkeit, sich im Wettbewerb Vorteile zu verschaffen. CSR steht für die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen. "Der Arbeitsmarkt wird enger, der Verbraucher und Kunde kritischer, die Rohstoffpreise steigen. Durch richtige strategische  Einstellungen in den verschiedenen Handlegungsfeldern von CSR können Firmen Erfolge verbuchen", so Steinmetz.

Die Praxisbeispiele des Abends von Firmen aus dem Rhein-Kreis Neuss belegten, wie CSR in der Praxis wirkt. Jutta Zülow von der Zülow AG sagte über ihre Unternehmensstrategie: "Ich übernehme gerne Verantwortung für meine Beschäftigten, für die Umwelt und für Menschen, die nicht immer in der Sonne stehen". Sie engagiert sich unter anderem in der Tandem-Stiftung für die Integration behinderter Menschen durch Sport.

Ebenfalls zu Gast bei dem Wirtschaftsforum waren Bernd Brinkmann von der Firma Walter Rau, die neben dem Kerngeschäft heute auch umweltfreundliche Grundstoffe für die Kosmetikbranche herstellt, Jobst Wierich für den TSV Dormagen, der Handball in einem eigenen neuen CSR-Konzept als Herausforderung für eine gesamtgesellschaftliche Integration der Menschen der Region sieht, und Dr. Gerd Placke von der Bertelsmann Stiftung, die sich großes Fachwissen zum Thema CSR erarbeitet hat.

Die CSR-Beratungsstelle der Wirtschaftsförderung des Kreises hatte die Veranstaltung organisiert. Sie wurde im Juli 2012 im Rahmen eines Förderprojektes der EU und des Bundes eingerichtet. Landrat-Vertreter Jürgen Steinmetz rief die anwesenden Mitteständer dazu auf, sich mit Hilfe der CSR-Beratungsstelle innerhalb von zwei Jahren zu CSR-Experten ausbilden zu lassen. Interessierte Unternehmen aus den Bereichen Logistik, Chemie, Energie und Umwelt, Ernährungswirtschaft sowie Informationstechnologie, Telekommunikation und Medien erhalten weitere Informationen per Email unter wirtschaftsfoerderung@rhein-kreis-neuss.de oder per Telefon unter 02131 / 928 7505.

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