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Erleichterungen für Eigentümer bei Legionellenprüfung

Legionellen werden zum Beispiel über Wassertropfen beim Duschen in die Umgebung abgegeben

Verbraucherschutz |

Vermieter und Hausverwalter müssen seit November 2011 ihre Großanlagen zur Trinkwassererwärmung  in Mehrfamilienhäusern und Gewerbeobjekten auf Legionellen überprüfen lassen. Das sieht die Trinkwasserverordnung vor. Als Großanlagen gelten zentrale Trinkwassererwärmer mit mehr als 400 Liter Speichervolumen und beziehungsweise oder drei Liter Volumen in mindestens einer der Leitungen vom Abgang des Trinkwassererwärmers bis zur Entnahmestelle. Anlagen in Ein- und Zweifamilienhäusern sind grundsätzlich von dieser Regelung ausgenommen.

Dr. Michael Dörr, Amtsarzt des Rhein-Kreises Neuss, weist darauf hin, dass die bisherigen Regelungen in der Trinkwasserverordnung jetzt für Hauseigentümer leicht entschärft wurden. Weiterhin zu beachten haben Vermieter und Verwalter, dass das Warmwasser auf den Gehalt an Legionellen untersucht werden muss. Neu ist laut Dr. Dörr, dass die Erstuntersuchung für Mietshäuser und andere vermietete gewerbliche Gebäude erst bis Ende 2013 erfolgt sein muss. Darüber hinaus wird hier die bisherige jährliche Untersuchungspflicht auf alle drei Jahre ausgedehnt. Anlagen in öffentlichen Gebäuden dagegen müssen jährlich untersucht werden.

Falls der Grenzwert bei der Entnahme der Probe überschritten wird, muss der Vermieter Untersuchungen zur Aufklärung der Ursachen veranlassen, eine Gefährdungsanalyse erstellen und anschließend Maßnahmen zur Ursachenbeseitigung durchführen. Gefordert sind außerdem umfangreiche Dokumentations- und Informationsmaßnahmen, vor allem gegenüber Mietern und Gesundheitsamt.

Amtsarzt Dr. Dörr erläutert: "Legionellen kommen dort vor, wo erwärmtes Wasser ihnen optimale Bedingungen für die Vermehrung bietet. Dabei handelt es sich um Bakterien, die schwere Lungenentzündungen hervorrufen können." In Deutschland erkranken rund 30 000 Menschen pro Jahr an Legionellen und von diesen sterben etwa 10 bis 15 Prozent. "Besonders gefährdet sind Menschen mit geschwächter Immunabwehr", fügt der Kreisamtsarzt hinzu. Infektionsquellen können technisch mangelhafte Warmwasseranlagen oder auch Rückkühlwerke zum Kühlen von Gebäuden sein. Die Krankheitserreger vermehren sich bei Temperaturen zwischen 25 und 55 Grad Celsius, werden über Wassertröpfchen beim Duschen oder Vernebeln in die Umgebung abgegeben und gelangen durch Einatmen in die Lunge. Durch gezielte technische Maßnahmen kann der Hauseigentümer der Vermehrung dieser Keime in Warmwassersystemen entgegenwirken und Infektionsrisiken mindern.

Das Gesundheitsamt ist verpflichtet zu prüfen, ob Vermieter ihren Pflichten nachkommen. Ist dies nicht der Fall, kann das Amt Maßnahmen anordnen oder Bußgelder verhängen. Vermietern wird empfohlen, zunächst zu prüfen, ob in ihren Gebäuden eine Großanlage existiert. Sie sollten frühzeitig die Beprobung ihrer Anlagen in Auftrag geben, ehe es bei den Laboren zu Engpässen kommt. Eine Liste der Labore finden sie auf der Homepage des Landesumweltamtes.

Für weitere Informationen stehen Siegfried Hauswirth, Leiter der Abteilung für Umweltmedizin und Infektionsschutz beim Kreisgesundheitsamt, und seine Mitarbeiter unter Telefon 02181 601-5350 zur Verfügung.

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