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Kreiskulturzentrum Sinsteden: Ausstellung über die Todsünde der Völlerei

(von links): Tillmann Lonnes, Jürgen Steinmetz und Dr. Kathrin Wappenschmidt im Kreiskulturzentrum Sinsteden

Eine Zinkbadewanne voller alter Brötchen als Symbol für Überfluss und Völlerei (von links): Tillmann Lonnes, Jürgen Steinmetz und Dr. Kathrin Wappenschmidt im Kreiskulturzentrum Sinsteden

Kultur |

Nach der erfolgreichen Präsentation von "Neid - Der böse Blick zum Nachbarn" setzt das Kreiskultur­zentrum Sinsteden seine Ausstellungsreihe über die sieben Todsünden fort. Ab Freitag, 27. Juli, ist dort die Ausstellung "Völlerei - genug kann nie genügen" zu sehen. Landratsvertreter Jürgen Steinmetz, Kreiskulturdezernent Tillmann Lonnes als Vertreter der Stiftung Kulturpflege und Kulturförderung der Sparkasse Neuss, und Dr. Kathrin Wappenschmidt, die Leiterin der Einrichtung, stellten das Konzept vor.

Symbolträchtig steht mitten im Raum eine Zinkbadewanne, gefüllt mit alten Brötchen. "Das ist an einem einzigen Tag in einer einzigen kleinen Bäckerei übriggeblieben, und das ist noch nicht alles. Ich habe noch zwei volle Säcke mehr", erklärt Wappenschmidt den Sinn der Sache. In der Ausstellung steht die Völlerei nämlich symbolisch für einen maßlosen Verbrauch an Gütern. Das Verschwenden von Nahrungsmitteln und übermäßiger Konsum zählen ebenso dazu wie das globale Ungleichgewicht zwischen Not und Überfluss. Präsentiert wird dazu der Dokumentarfilm "Unser täglich Brot".

An Beispielen aus Kunst, Literatur und Modewelt sowie unter landwirtschaftlichen Aspekten wird das Thema "Völlerei" exemplarisch dargestellt. Für die Kunst sind Lithographien von William Horgarth und Honoré Daumier zu sehen. Für den Bereich der Literatur wurden Zitate zusammengestellt, die von Dante Alighieri über Friedrich Nietzsche bis zu Wilhelm Busch reichen. Für die Modewelt wurde eine Diplomarbeit von Claudia Woller aus Aschaffenburg ausgewählt, die zu jeder Todsünde ein Kleid entworfen hat. Eine weitere Designerin, Isa Dorn aus Düsseldorf, setzt ihr Kleid in Beziehung zur Malerei.

Die Ausstellung läuft bis zum 9. Dezember. Sie öffnet dienstags bis sonntags jeweils von 12 bis 17 Uhr und ist feiertags geschlossen. Begleitend erschien ein umfangreicher Katalog (gebunden, 96 Seiten, mit zahlreichen farbigen Abbildungen) zum Preis von 15 Euro. Nähere Informationen unter Telefon (02183) 7045.

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