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Veterinäramt des Rhein-Kreises Neuss: 2011 über 400 Tierschutzbeschwerden bearbeitet  

Wer sich einen grünen Leguan kauft, sollte daran denken, dass die Tiere bis zu zwei Meter lang werden können.

Tiere |

Über 400 Tierschutzbeschwerden hat das Veterinäramt des Rhein-Kreises Neuss im vergangenen Jahr entgegen genommen. "Tierschutz ist ein Thema, das auf großes Interesse bei der Bevölkerung trifft", berichtet dazu Dr. Annette Kern vom Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Rhein-Kreises Neuss. Denn sie und ihre Kollegen sind nicht nur regelmäßig zu Routinebesuchen in landwirtschaftlichen Betrieben, Tierheimen, Tierpensionen, Zoohandlungen und bei Tierzüchtern unterwegs – sie gehen auch vielen Hinweisen von Bürgern nach.

Dabei sind die Kreismitarbeiter dem Papageibesitzer, der sein Tier ohne Gesellschaft in einem zu engen Käfig hält, ebenso auf der Spur wie dem Züchter, der exotische geschützte Reptilien illegal vermarktet. "Nach dem Artenschutzgesetz sind einige exotische Tiere meldepflichtig", erklärt Dr. Annette Kern. "Wer eine Schlange, eine Schildkröte oder einen Papagei erwirbt, sollte sich vorher genau über die rechtlichen Voraussetzungen informieren."

Auf diese Weise kann der Tierliebhaber sich vor Händlern schützen, die illegale Kaufangebote machen. Darüber hinaus sollten Käufer darüber nachdenken, ob sie dem Tier ideale Lebensbedingungen bieten können: Der zunächst handtellergroße grüne Leguan kann bis zu zwei Meter lang werden, während Hunde bestimmter Rassen jede Menge Bewegung und Beschäftigung brauchen, die ihm nicht jeder Besitzer bieten kann.

Tiere, die sich unkontrolliert vermehren, sind ebenso ein Problem wie unsachgemäße Haltung. "Tierschutz ist ein sehr emotionales Thema", weiß Dr. Kern. "Häufig meinen die Besitzer, dass sie ihr Tier doch lieben, halten es jedoch in zu engen Verhältnissen oder sorgen nicht für genügend Auslauf und Beschäftigung." Nicht selten haben die Mitarbeiter des Veterinäramtes auch mit Nachbarschafts-Streitigkeiten zu tun – zum Beispiel wenn es um einen krähenden Hahn geht. In sollen Fällen versuchen sie zu vermitteln: Meist reicht es, den Besitzer zu bitten, den Stall zum Beispiel am Wochenende nicht schon um 6 Uhr morgens zu öffnen.

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