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Warnt vor der Auflösung der Kreispolizeibehörde: Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, Chef der Polizei im Rhein-Kreis Neuss | Volle Größe

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Landrat: Auflösung von Kreispolizeibehörde würde Sicherheit und Ordnung gefährden

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke

Warnt vor der Auflösung der Kreispolizeibehörde: Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, Chef der Polizei im Rhein-Kreis Neuss

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Der Vorschlag, die Kreispolizeibehörden aufzulösen, hätte gerade im ländlichen Raum einen nicht hinnehmbaren Verlust von Sicherheit und Ordnung zur Folge. Diese Auffassung vertritt Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. Einen entsprechenden Vorstoß von Reiner Priggen, dem Vorsitzenden der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, bezeichnete der Chef der Polizei im Rhein-Kreis Neuss als "fern jeglicher Realität". Priggen hatte angeregt, die Kreispolizeibehörden aufzulösen, die Zahl der Zentralen auf unter 20 zu reduzieren und damit 2000 Verwaltungsstellen einzusparen.

"Das würde zu einer klaren Schwächung der Polizeipräsenz vor allem im ländlichen Raum führen. Denn in einem solchen Fall würden die Beamten aus den Kreisen abgezogen, damit sie ihren Dienst künftig näher am Sitz möglicher Großbehörden in den Ballungsräumen verrichten können", kritisiert Petrauschke.

"Die derzeitige Organisation hat sich bewährt. Deshalb müssen die Vorteile der dezentral und bürgernah aufgestellten Kreispolizeibehörden erhalten bleiben", fordert der Landrat. Statt unausgegorene Sparvorschläge zu unterbreiten, solle die Landesregierung "besser mehr Polizisten einstellen und auf die Straße bringen". Schon jetzt klaffe eine immer größer werdende Lücke zwischen den Polizistinnen und Polizisten, die neu eingestellt würden, und denjenigen, die altersbedingt aus dem Dienst ausschieden, klagt Petrauschke.

Er sieht vor allem die Nähe der Kreispolizei zu den kommunalen Stellen in Gefahr, sollte Priggens Vorschlag verwirklicht werden. Jugend-, Sozial-, Gesundheits-, Ordnungs-, Umwelt- und Straßenverkehrsamt gehörten genauso dazu wie die Ausländerbehörde. "Es ist gerade diese Nähe, die es ermöglicht, Aufgaben der Prävention wahrzunehmen. Und diesem Anliegen zeigte sich die Landesregierung bislang doch so besonders verpflichtet", so der Landrat.

Auf einer Linie fühlt er sich mit der Gewerkschaft der Polizei. Auch sie warnt davor, mit der Auflösung der Kreispolizeibehörden einen schwerwiegenden Fehler zu begehen, weil dadurch keine Probleme gelöst, sondern nur Ressourcen gebunden würden. "Die Aufgaben im Verwaltungsbereich fallen doch nicht weg. Sie müssten vielmehr von Polizeikräften übernommen werden, die dann für ihre eigentliche Arbeit nicht mehr zur Verfügung stünden", heißt es.

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