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Ein Jahr nach Inkrafttreten: "Bildungspaket kommt im Rhein-Kreis Neuss an"

Stefan Hahn und Jürgen Steinmetz

Landrat-Vertreter Jürgen Steinmetz (r.) und Städtischer Beigeordneter Stefan Hahn zogen im Kreishaus Neuss Bilanz nach einem Jahr Bildungs- und Teilhabepaket

Soziales |

Eine differenzierte aber im Grundsatz positive Bilanz ziehen ein Jahr nach dem Start des Bildungs- und Teilhabepaketes der Rhein-Kreis Neuss und die Stadt Neuss. Trotz Startschwierigkeiten ist die Zahl der bedürftigen Kinder und Jugendlichen, für die Leistungen beantragt werden, im Rhein-Kreis Neuss kontinuierlich gestiegen, stellten Landratsvertreter Jürgen Steinmetz und der Neusser Beigeordnete Stefan Hahn beim Pressegespräch im Neusser Kreishaus fest.

"Das Bildungs- und Teilhabepaket kommt im Rhein-Kreis Neuss an. Bis Februar 2012 wurden 16.880 Anträge gestellt. Nach dem holpernden Start des Bildungspaketes im vergangenen Jahr können wir heute feststellen, dass wir bereits über die Hälfte der Leistungsberechtigten erreicht haben. Wir wollen aber mehr. Ziel ist es in diesem Jahr rund zwei Drittel der Leistungsberechtigten zu erreichen", sagte Steinmetz.

Die größte Nachfrage im Rhein-Kreis gibt es nach Zuschüssen zur Mittagsverpflegung in der Schule oder in Kindertagesstätten. Dafür stellten 32 Prozent einen Antrag. Die Antragsquoten für Zuschüsse zu Schulausflügen und Klassenfahrten (22 Prozent), für soziale und kulturelle Teilhabe (18 Prozent) und für das Schulbedarfspaket (16 Prozent) liegen noch deutlich vor Schulbeförderungskosten und Lernförderung (7 und 5 Prozent).

Für die Stadt Neuss, auf die rund die Hälfte aller leistungsberechtigten Kinder und Jugendlichen entfallen, betonte Hahn insbesondere die Wirkung der über das Bildungspaket eingestellten Schulsozialarbeiter als wertvollen Beitrag: "Wir haben beim Einsatz der Schulsozialarbeiter mit dem Kreis eine gute Lösung gefunden. Dafür möchte ich an dieser Stelle danken." Hahn machte deutlich, dass insbesondere der Personenkreis nach dem SGB II schnell mit Anträgen und Behördengängen überfordert sei. Falls erforderlich helfen jetzt die neuen Schulsozialarbeiter den Leistungsberechtigten auch beim Ausfüllen der Anträge und beim Kontakt mit den zuständigen Behörden. Anfang des Jahres hatte der Kreis über sein Technologiezentrum in Glehn 29 neue Schulsozialarbeiter eingestellt. Die Einsatzorte und Schwerpunkte wurden von den Städten und Gemeinden festgelegt.

Hahn fordert aber in Richtung Gesetzgeber ein Nachdenken über die Rahmenbedingungen zum Bildungspaket und unbürokratischere Angebote. Schließlich würden mit dem Bildungspaket auch keine neuen Angebote geschaffen, sondern die Teilhabe an vorhandenen Angeboten gewährleistet, merkt er kritisch an. Auch Steinmetz sieht die Notwendigkeit, die gemeinsamen Anstrengungen weiter zu verstärken, um die Chancengerechtigkeit für benachteiligte  Kinder und Jugendliche zu verbessern. Gleichzeitig verteidigte er aber die mit der Leistungsgewährung verbundene Antragstellung, weil nur so die notwendige Zweckbindung der Leistungen sichergestellt werden könne. "Wir wollen nicht mit Blankoschecks Wohltaten verteilen, sondern im Sinne von ‚fordern und fördern’ die Mittel zielgerichtet bei den bedürftigen Kinder und Jugendlichen einsetzen."

25.000 Informationsbroschüren zum Bildungs- und Teilhabepaket hat der Kreis drucken lassen und an Leistungsberechtigte, Kommunen, Einrichtungen, Schulen, Vereine und Wohlfahrtsverbände verteilt. Diese kann neben Info-Faltblättern in Türkisch, Arabisch und Russisch per E-Mail unter bildungspaket@rhein-kreis-neuss.de sowie telefonisch unter 02181/601-5032 kostenlos angefordert werden.

Daneben stehen alle Informationen auch im Internet unter www.rhein-kreis-neuss.de/bildungspaket zur Verfügung.

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