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Meldeverfahren bei Infektionskrankheiten erfolgreich weiterentwickelt

4 Männer und eine Frau, teilweise mit Mappen in der Hand

Meldeverfahren weiterentwickelt

Gesundheit |

Ob EHEC-Erreger oder Schweinegrippe: Bei Infektionskrankheiten sind schnelle Meldungen an das zuständige Robert-Koch-Institut wichtiger denn je. Als Teilnehmer eines bundesweiten Pilotprojekts wirkt der Rhein-Kreis Neuss maßgeblich daran mit, dass das Verfahren vereinfacht und optimiert wird. Die Testphase war erfolgreich: Die meldepflichtigen Ärzte, Labore und Krankenhäuser können die sensiblen medizinischen Daten auf dem elektronischen Weg ans Kreisgesundheitsamt senden, das dann wiederum dafür sorgt, dass das Robert-Koch-Institut über die Landesbehörden rechtzeitig über Infektionskrankheiten informiert wird.

Die Teilnehmer zogen jetzt im Kreishaus Grevenbroich eine positive Zwischenbilanz. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke nannte das Projekt "ein besonders schönes Beispiel dafür, wie man die Möglichkeiten der elektronischen Datenverarbeitung so nutzen kann, dass sie allen dienen". Gesundheitsdezernent Karsten Mankowsky ist ebenfalls zufrieden: "Wir waren in diesem Bereich schon gut aufgestellt, aber jetzt wird das Verfahren noch schneller, besser und kostengünstiger als bisher."

Das Kreisgesundheitsamt unter Leitung von Dr. Michael Dörr, das Zentrum für Telematik im Gesundheitswesen (ZTG), die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein und der Software-Hersteller Duria eG haben sich unter Führung des zuständigen Landesministeriums an die Weiterentwicklung des Meldewesens bei Infektionskrankheiten gemacht und die erste Pilotphase abgeschlossen.

Beim EHEC-Ausbruch war vielerorts Kritik an Verzögerungen bei der Registrierung der Fälle laut geworden. Hintergrund: Die Meldung von Infektionskrankheiten durch die Ärzte, Labore und Krankenhäuser an die Gesundheitsbehörden ist noch weitgehend geprägt von der Nutzung traditioneller Kommunikationswege wie Brief oder Fax. "Auf diese Art und Weise erlangte unser Projekt eine völlig neue Aktualität", so Dörr. Vor knapp einem Jahr war das ZTG auf das Gesundheitsamt zugegangen, um die Umsetzung des behördlichen Meldewesens vor Ort zu untersuchen und die bereits im Rhein-Kreis Neuss als vorbildlich bekannte Übermittlungsstrategie auf der ausschließlich elektronischen Ebene zu realisieren. Dr. Regine Kämmerer, Referatsleiterin für medizinische Versorgung und Infektionsschutz im Landesministerium, ZTG-Geschäftsführer Rainer Beckers und Gilbert Mohr, Stabsstellenleiter bei der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, zeigten sich zufrieden mit den Ergebnissen.

Ziel des Projekts ist es, verschlüsselte Meldungen per Mausklick an die Gesundheitsbehörden zu übermitteln. Als wichtiger Baustein dient ein strukturierter Datensatz, der die notwendigen Informationen aufnehmen und transportieren kann. Außerdem geht es um die Einrichtung eines sicheren Transportwegs, der eine vertrauliche und datenschutzgerechte Übermittlung erlaubt. Nicht zuletzt bedarf es der Integration des Datensatzes in die Computersysteme der Ärzte, Labore und Krankenhäuser, die es möglich macht, eine Information zu versenden, ohne die Meldepflichtigen mit zusätzlichem Aufwand an Zeit und Arbeit zu belasten.

Teilgenommen an der ersten Pilotphase haben das Medizinische Versorgungszentrum Dr. Stein + Kollegen in Mönchengladbach, das Institut für Virologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf sowie das Lukas- und das Johanna-Etienne-Krankenhaus, beide in Neuss.

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