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Landkreistag NRW wurde 65 Jahre: Ein Jubiläum im Gründungskreis Soest

Ein Gruppenfoto

Feierten gemeinsam das Jubiläum des Landkreistages Nordrhein-Westfalen (v.l.n.r.) Hauptgeschäftsführer Dr. Martin Klein, LKT-Vizepräsident Landrat Thomas Hendele, Bürgermeister der Stadt Soest Dr. Eckhard Ruthemeyer, Landtagspräsidentin Carina Gödecke, Landrätin des Kreises Soest Eva Irrgang, 1. Stv. Landrat des Rhein-Kreises Neuss Dr. Hans-Ulrich Klose, LKT-Präsident Landrat Thomas Kubendorff

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Seit 1947 gibt es den Landkreistag Nordrhein-Westfalen (LKT NRW). Er vertritt die Interessen der 30 NRW-Kreise und der Städteregion Aachen - und will seinen 65. Geburtstag mitnichten als Renteneinstieg gefeiert sehen. Das betonte LKT-Präsident Thomas Kubendorff während einer Jubiläumsveranstaltung, die jetzt im Kreis Soest, dem damaligen Ort der Gründung, stattgefunden hat.

Kubendorff nutzte die Gelegenheit für offene Worte: "Das Gegenteil von Ruhestand ist angesagt - nie war der Verband wichtiger als heute! Gemeinsam treten die Kreise dafür ein, dass die ländlichen Regionen nicht benachteiligt werden und sich das Land nicht weiter aus der kommunalen Finanzierung ausschleicht." Das Konnexitätsprinzip der Landesverfassung - der Grundsatz "Wer bestellt, bezahlt!" - müsse vom Land gegenüber den Kommunen umfassend beachtet werden.

Mit Blick auf die Prominenz der 100 geladenen Gäste war Aufmerksamkeit garantiert. Carina Gödecke (SPD), Präsidentin des Landtags NRW, Eckhard Uhlenberg (CDU), 1. Vizepräsident des Landtags NRW, der SPD-Fraktionsvorsitzende Norbert Römer, sein CDU-Pendant Karl-Josef Laumann, Bau- und Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) und viele weitere Offizielle waren gekommen.

Kubendorff erinnerte an die gesetzlich verankerte Verantwortung der Kreise vor allem für sozial bedürftige Menschen. "Die Sozialkosten steigen und viele Kreise haben strukturelle Finanzprobleme - das kann nicht funktionieren", konstatierte er und empfahl an die Adresse des Landes, den Kommunen dringend höhere Steueranteile abzutreten.

Zudem warnte er davor, dass der Koalitionsvertrag von SPD und Grünen die Städte und Ballungszentren bevorzuge. Dies dürfe nicht zu Lasten der Menschen im ländlichen Raum gehen, die immerhin 60 Prozent der NRW-Bevölkerung ausmachten. Und das mit wachsender Tendenz - denn mancher Kreis könne entgegen dem Landestrend noch steigende Geburtenzahlen nachweisen, "ein Indikator für attraktiven Lebensraum und krisensichere Arbeitsplätze".

Kubendorff, der zugleich Landrat des Kreises Steinfurt ist, lobte das Engagement der Kreise. "Wir arbeiten tagtäglich daran, die Rahmenbedingungen für die Menschen und die Unternehmen zu stärken". Der Landkreistag als organisatorische Plattform sei dabei unverzichtbar.

Carina Gödecke (SPD), Präsidentin des Landtages NRW, ließ in ihrer Festrede die Geschichte des LKT ein Stück weit Revue passieren. "Unsere Kreise in NRW tragen seit nunmehr 65 Jahren wesentlich zum demokratischen Gelingen vor Ort bei. Und der Landkreistag ist der Garant dafür, ihre gemeinsamen Interessen zu vertreten und sich für die Stärkung ihrer Selbstverwaltung einzusetzen. Das kann bei einem Jubiläum gar nicht genug gewürdigt werden", sagte die Landtagspräsidentin.

Eine besondere Ehrung stand ebenfalls auf dem Programm. Präsident Kubendorff ehrte Dr. Hans-Ulrich Klose für 50 Jahre politisches Engagement im Rhein-Kreis Neuss. Er überreichte zum Dank einen Originalkunstdruck des Porträts des Freiherrn vom Stein (1757-1831). Dieser hatte als preußischer Staatsmann und Reformer die Idee der kommunalen Selbstverwaltung vor 200 Jahren entwickelt und Schritt für Schritt umgesetzt.

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