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Stabwechsel im Rhein-Kreis: IHK und Wirtschaftsförderer wollen Seniorchefs und Nachfolger zusammenbringen

Nach der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung

Wirtschaft |

Ein 63-jähriger Unternehmer denkt seit Jahren darüber nach, sich zur Ruhe zu setzen und seine florierende Firma in andere Hände zu geben. Allerdings ist ein geeigneter Nachfolger nicht in Sicht. Der 63-Jährige weiß nicht, dass sich in einem anderen Unternehmen seiner Branche ein Mitarbeiter in führender Position gerne selbstständig machen möchte, aber das Risiko scheut, bei Null anzufangen. Würden beide zusammenfinden, wäre der Fortbestand des Unternehmens möglicherweise gesichert. Damit Seniorchefs und Nachfolge-Kandidaten künftig besser zusammengebracht werden, hat die IHK Mittlerer Niederrhein den "IHK-Stabwechsel" ins Leben gerufen, eine Plattform, die mit Unterstützung der Wirtschaftsförderungen im Rhein-Kreis Neuss umgesetzt werden soll. Dafür unterzeichneten IHK und die Wirtschaftsförderer eine entsprechende Kooperationsvereinbarung.

Für Unternehmer in Deutschland wird es immer schwieriger, einen geeigneten Nachfolger zu finden. Dem Report "Unternehmensnachfolge 2012" des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zu Folge steht in den kommenden fünf Jahren in 110.000 deutschen Unternehmen ein Wechsel an. Wie der DIHK-Report zeigt, haben heute bereits vier von zehn Firmen Probleme bei der Suche nach einem Nachfolger.

Die Stabwechsel-Kooperationspartner sind sich einig, dass die vor allem im Internet existierenden Vermittlungsbörsen den Bedürfnissen der Beteiligten nicht immer gerecht werden. "Viele Unternehmer wünschen sich eine diskrete und vertrauliche Begleitung im Nachfolgeprozess", sagt Robert Abts, Leiter der Wirtschaftsförderung beim Rhein-Kreis Neuss. "Und: Wir wollen uns hier gemeinsam aufstellen und eine kompetente Beratung anbieten. Daher macht es Sinn, wenn die IHK und die Wirtschaftsförderer hier Ihre Angebote bündeln", so Abts zu den Zielen der Vereinbarung.    

Die bei der IHK angesiedelte Koordinierungsstelle wird zur Nachfolge stehende Unternehmen und potenzielle Kaufinteressenten aufnehmen, anhand der jeweiligen Profile vermitteln und den Prozess begleiten. "Im Kern handelt es sich um einen professionell gemanagten Pool qualifizierter Nachfolge-Kandidaten für den Mittelstand, die in der IHK diskret mit Seniorchefs geeigneter Unternehmen zusammengebracht werden", erklärt Andree Haack, IHK-Geschäftsführer im Bereich Existenzgründung und Unternehmensförderung.

Die Partner hoffen auch, dass Unternehmer auf das Motto "Wir kennen Ihren Nachfolger vielleicht schon" aufmerksam werden sich bereits frühzeitig dem Thema widmen. "Die Unternehmensnachfolge wird selten zu früh, aber oft viel zu spät geregelt", sagt Frank Wolters, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung der Stadt Neuss. Dabei seien erfolgreiche Unternehmensübergaben für den wirtschaftlichen Bestand und die weitere Entwicklung einer Region unverzichtbar. So werden Arbeitsplätze gesichert, und die Wirtschaftskraft bleibt der Region erhalten. "Nach einer Faustregel werden 15 Neugründungen benötigt, um eine versäumte Nachfolgeregelung auszugleichen", betont IHK-Geschäftsführer Haack.  Umso wichtiger sei es, eine individuelle Unterstützung zu bieten.

Die Kooperationspartner sind neben der IHK die Wirtschaftsförderungen des Rhein-Kreises Neuss und der Städte Neuss, Dormagen, Grevenbroich, Kaarst, Meerbusch, Korschenbroich sowie der Gemeinden Jüchen und Rommerskirchen.

Quelle: Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein

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