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Mehr Kommunen wollen Langzeitarbeitslose betreuen

Soziales |

Während in Berlin um die Höhe der Hartz IV-Regelsätze gerungen wird, machen sich immer mehr Kommunen in Nordrhein-Westfalen auf den Weg, die Betreuung von Langzeitarbeitslosen in Eigenregie zu übernehmen. Bereits seit 2005 gibt es in NRW zehn Jobcenter in kommunaler Hand: Die Kreise Borken, Coesfeld, Düren, Ennepe-Ruhr-Kreis, Hochsauerlandkreis, Kleve, Minden-Lübbecke, Steinfurt und die kreisfreien Städte Hamm und Mülheim an der Ruhr betreuen erfolgreich Langzeitarbeitslose, ohne Beteiligung der Bundesagentur für Arbeit. Nach dem Willen des Gesetzgebers sollen acht weitere Kommunen hinzukommen; 15 Kreise und kreisfreien Städte haben einen Antrag gestellt. Alte und mögliche neue Optionskommunen haben sich heute beim Landkreistag NRW zu einer Konferenz getroffen.

15 Bewerber für acht Plätze – Land entscheidet

Das Land wählt bis Ende März aus den Antragstellern die acht neuen Optionskommunen aus. "Wir fordern die zuständigen Stellen auf, die Auswahl ausschließlich auf objektive und transparente Kriterien zu stützen", sagte Dr. Wolfgang Ballke, Kreisdirektor des Kreises Steinfurt und Vorsitzender der Konferenz. "Alle Bewerber haben sich mit großem Aufwand und Engagement auf das Verfahren vorbereitet und planen bereits die konkrete Umsetzung der Aufgaben." Die Konferenzteilnehmer waren sich darin einig, dass das Optionsmodell allen interessierten Kommunen offen stehen sollte. "Die aktuelle Debatte um das Bildungspaket für Kinder und Jugendliche zeigt doch – wir Kommunen sind an den Problemen und Bedürfnissen der Menschen, gerade der Langzeitarbeitslosen, viel näher dran als eine Bundesbehörde es je sein könnte", so Wolfgang Ballke.

Nah am Menschen

Vier gute Gründe sprechen für Jobcenter in kommunaler Hand:

  • Kommunale Jobcenter bieten eine einheitliche Dienstleistung aus einer Hand an, Reibungsverluste werden vermieten.
  • Die Kommunen verfügen über große Erfahrungen in der Vermittlung von Langzeitarbeitslosen in Arbeit.
  • Sie bringen ihre soziale Kompetenz, zum Beispiel in der Sucht- und Drogenberatung, der Schuldnerberatung und in der psychosozialen Betreuung, in die Unterstützung der Menschen ein.
  • Sie verknüpfen ihre Arbeit mit vielen anderen Dienstleistungsangeboten wie zum Beispiel der Wirtschaftsförderung, der Bildungsangebote und der Kinderbetreuung.

Hintergrund

Während die Betreuung von Hartz IV-Empfängern im Regelfall durch gemeinsame Jobcenter von Arbeitsagenturen und Kommunen erfolgt, hat der Gesetzgeber für bundesweit 110 Kommunen die Möglichkeit geschaffen, die Betreuung von Langzeitarbeitslosen in Eigenregie zu übernehmen. 69 dieser sogenannten Optionskommunen gibt es bereits, 41 sollen zum 01.01.2012 hinzukommen, davon acht in Nordrhein-Westfalen. 15 interessierte Kommunen in Nordrhein-Westfalen – zehn Kreise und fünf kreisfreie Städte - haben einen Antrag auf Zulassung gestellt. Das Land wählt aus den Antragstellern acht neue Optionskommunen aus.

 

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