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Deportation der Deutschen in der Sowjetunion: Ausstellungen verlängert

Dezernent Lonnes, Alexander Kühl, Organisatorin Marion Kaiser und Landrat Petrauschke

Ausstellungen verlängert (von links): Dezernent Lonnes, Alexander Kühl, Organisatorin Marion Kaiser und Landrat Petrauschke

Kultur |

Zwei Ausstellungen im Kreishaus Neuss machen derzeit bedrückende Fotos und Dokumente zum 70. Jahrestag der Deportation der Deutschen in der Sowjetunion öffentlich. Bei einer eigentlich als Finissage geplanten Begegnung gaben die Veranstalter bekannt, dass die Präsentation wegen des großen Interesses bis zum 31. Januar verlängert wird.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, Jakob Fischer, Kulturreferent der Bundesgeschäftsstelle der Landsmannschaft Deutscher aus Russland, und Alexander Kühl, der Vorsitzende des Neusser Freundeskreises der Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion, riefen dazu auf, die Wunden der Vergangenheit nicht zu vergessen. Der Chor "Neusser Stimmen" und Tatjana Lazarewa am Keyboard sorgten für den musikalischen Rahmen der Veranstaltung.

Die Ausstellung "Schicksal in Bildern" des Künstlers Michael Disterheft und die Ausstellung "Volk auf dem Weg" der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland bringen den Betrachtern im Lichthof des Kreishauses ergreifende menschliche Schicksale näher. Landrat Petrauschke gedachte der über einer Million Russlanddeutschen, die das Leid des Heimatverlustes erlitten. "Sie wurden von ihrem materiellen und kulturellen Nährboden entwurzelt. Auch den Menschen, die auf dem Weg in die Verbannung und in den Arbeitslagern ihr Leben lassen mussten, gilt unsere Trauer", so Petrauschke.

Die Integration der Menschen aus Russland und anderen osteuropäischen Staaten sei auch dem Rhein-Kreis Neuss wichtig, sagte der Landrat. Die neue Regionale Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien beim Rhein-Kreis Neuss werde sich darum kümmern. "Unabhängig davon gibt es bereits viele andere Initiativen der Migrationsfachdienste, der freien Wohlfahrtsverbände und anderer Einrichtungen, um ein bestmögliches Einleben zu verwirklichen", betonte Petrauschke. Nicht zuletzt vergebe der Rhein-Kreis Neuss jährlich einen Integrationspreis für besondere Verdienste auf diesem Gebiet.

Im Beisein von Kulturdezernent Tillmann Lonnes, der zuständigen Amtsleiterin Elke Stirken und Organisatorin Marion Kaiser blieben die vielfältigen Leistungen Russlanddeutscher auf dem Gebiet der Kultur nicht unerwähnt. Im Rhein-Kreis Neuss wird dies etwa durch die zahlreichen Aktivitäten des Freundeskreises der Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion und seine Malschule deutlich.

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