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Doppelausstellung im Kreishaus Neuss: "Schicksal in Bildern" und "Volk auf dem Weg" zum 70. Jahrestag der Deportation

Eine Person betrachtet die ausgestellten Bilder

Kultur |

Die Bilderausstellung "Schicksal in Bildern" des Künstlers Michael Disterheft und die Ausstellung "Volk auf dem Weg" der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland sind zurzeit im Lichthof des Kreishauses Neuss zu sehen. Zum 70. Jahrestag der Deportation der Deutschen in der Sowjetunion zeigt der Freundeskreis der Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion e.V. mit seinem Vorsitzenden Alexander Kühl diese Bilder und Dokumente.

Die Finissage der Doppelausstellung findet am Dienstag, 20. Dezember, um 11 Uhr mit Landrat Hans-Jürgen Petrauschke statt. Hierzu wird auch Jakob Fischer, Kulturreferent der Bundesgeschäftsstelle der Landsmannschaft Deutscher aus Russland, erwartet. Alle Interessierten sind zu dieser Veranstaltung ins Kreishaus eingeladen.

Persönlich geprägte Bilder, die gleichzeitig eine große allgemeinmenschliche Bedeutung besitzen, stellt Michael Disterheft aus. Der Künstler wurde 1921 als Sohn eines Fabrikarbeiters in der Nähe von  Leningrad (St. Petersburg) geboren. Sein Vater Wilhelm Disterheft war Deutscher und wurde im Jahre 1937 im Zuge der großen stalinistischen "Säuberungen" verschleppt und ermordet. Michael Disterheft bereitete sich im Kunststudio der Leningrader Akademie auf das Studium an der Kunstakademie vor. Im Mai 1941 wurde er in die Rote Armee einberufen und zur Verteidigung Moskaus eingesetzt. Im Juli 1941 kam er wegen seiner deutschen Nationalität in ein Lager in der Bogoslowsker Kohlengrube bei Karpinsk. Er überlebte und wurde Maler. Im Jahr 2000 stellte er einen Ausreiseantrag nach Deutschland und erhielt erst vier Jahre später die Ausreisegenehmigung. In seinem Grafikzyklus "In jenen Jahren" stellt Disterheft seine Erfahrungen im stalinistischen Lager dar.

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