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Abschied von Marili Höller: Sie lieh dem Kreis über 30 Jahre lang ihre Stimme

Portraitfoto

Marili Höller

Verwaltung |

Nur wenige Bürger kennen ihr Gesicht - doch ihre Stimme ist vielen gut vertraut. Denn seit über 30 Jahren sitzt Marili Höller im Wechsel mit fünf Kolleginnen in der Telefonzentrale der Kreisverwaltung. Jetzt geht die gebürtige Jüchenerin in den wohlverdienten Ruhestand. Nur noch bis zum 24. November ist sie an ihrem Arbeitsplatz im Grevenbroicher Kreishaus anzutreffen, wo sie routiniert alle Fragen rund um die Verwaltung beantwortet - vom Antragsformular bis hin zur Zahnprophylaxe.

Was hat sich geändert in den über drei Jahrzehnten? "Die Technik ist natürlich enorm voran geschritten", sagt Marili Höller (57). "Früher in den Zeiten vor Faxen und Emails habe ich in der Telefonzentrale drüben im Hochhaus noch Fernschreiben getippt." Heute erleichtert der PC die Arbeit am Schalter des Bürger-Servicecenters im Neubau der Kreisverwaltung. Ganz gleich ob ein Bürger sie nach der Telefon-Nummer der Mülldeponie fragt oder jemand wissen will, wer im Gesundheitsamt für Haaranalysen zuständig ist - die Frau am Empfang hilft nach einem Blick in ihren Computer schnell weiter.

Für den Rhein-Kreis sind die Bürger-Servicecenter, die der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit angegliedert sind, sowohl in Grevenbroich als auch in Neuss ein Aushängeschild für die gesamte Verwaltung. "Unsere Mitarbeiterinnen sind serviceorientiert", betont Jürgen Brings, Leiter der Bürger-Servicecenter. "In Grevenbroich übernehmen sie die Rolle des Lotsen - sie sorgen dafür, dass sich der Bürger zwischen den einzelnen Verwaltungsgebäuden zurechtfindet."

Dabei kennt sich Marili Höller nicht nur mit der Kreisverwaltung aus. Sie erklärt dem Bürger auch, wie er zum Finanzamt kommt, um sich Steuerformulare abzuholen, oder dass er das Aufgebot für die Hochzeit nicht im Kreishaus, sondern im Rathaus seiner Stadt oder Gemeinde bestellen kann. "Wichtig ist für uns hier in der Telefonzentrale, dass wir Ruhe bewahren, und zwar besonders dann, wenn viel los ist", weiß die gelernte Arzthelferin, die früher als Phonotypistin tätig war.

Immer versuchen Marili Höller und ihre Kolleginnen freundlich weiterzuhelfen - auch wenn jemand seinen Ärger über ein Bußgeld an ihnen auslässt oder ungeduldig nachfragt, weshalb sein Ansprechpartner im zuständigen Amt nicht ans Telefon geht. Dabei geht ihr Service weit über das Übliche hinaus: Bei Bedarf drucken sie auch den Busfahrplan aus oder begleiten einen schwerbehinderten Besucher zum richtigen Zimmer.

Für Marili Höller steht trotz aller neuen Technik immer noch der Mensch im Mittelpunkt. "Wir freuen uns natürlich, wenn ein Bürger unseren Service lobt", berichtet die Verwaltungsmitarbeiterin. Ihre Pläne für den Ruhestand stehen bereits fest: Die Oma von vier Enkelkindern und Ehefrau wird die Zeit mit ihrer Familie genießen. In ihrem Zuhause in Niederaußem bei Bergheim kümmert sie sich in Zukunft nicht nur um Hund, Haus und Garten, sondern hat am liebsten die gesamte Familie bei sich zu Gast.

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