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Ursula Klaff: Vom Erntedank-Frühstück bis zur Schul-Arbeitsgemeinschaft

Eine Frau sitzt an einem Gartentisch

Sie setzt sich für den Fairen Handel ein: Ursula Klaff aus Jüchen-Neuenhoven

Fairtrade |

Einen Beitrag für eine gerechtere Welt leisten – dafür setzen sich im Rhein-Kreis Neuss, der seit 2010 erster Fair-Trade-Kreis Deutschlands ist, viele Menschen ein. Einige von ihnen engagieren sich bereits seit Jahrzehnten für den Fairen Handel – so auch Ursula Klaff aus Jüchen-Neuenhoven.

Einen Eine-Welt-Laden betrat Ursula Klaff zum ersten Mal vor 17 Jahren auf dem Campus der Universität Düsseldorf. Als Sekretärin an der Heinrich-Heine-Universität tätig, war sie gerade Großmutter geworden. "Ich war dankbar für meine beiden Zwillings-Enkelinnen und habe mich damals dazu entschlossen, mich für den Fairen Handel zu engagieren. Denn ich will mit dazu beitragen, dass es noch mehr Menschen auf der Welt gut geht", sagt die heute 73-Jährige voller Überzeugung.

In ihrer Heimatpfarre St. Georg iin Jüchen-Neuenhoven bietet Ursula Klaff seitdem gemeinsam mit weiteren Ehrenamtlern einmal im Monat Produkte aus dem Fairen Handel an – von Brotaufstrichen über Kaffee und Tee bis hin zu Säften und Wein. Mit ihrem Engagement will die verheiratete Mutter von drei Kindern dazu beitragen, dass Kleinbauern in Afrika, Asien und Lateinamerika eine menschenwürdige Existenz erhalten.

Dabei schaut Ursula Klaff über die Dorfgrenzen hinaus. So beteiligt sie sich mit dem Rhein-Kreis Neuss an der Fair-Trade-Woche und arbeitet mit weiteren Mitstreiterinnen im Fairen Kaffeegarten am 30. September auf dem Neusser Marktplatz mit. 1999 gründete die gebürtige Berlinerin, die mit ihrem Mann vor über 30 Jahren nach Neuenhoven zog, mit Vertretern weiterer Eine-Welt-Gruppen aus anderen Jüchener Ortsteilen das Eine-Welt Forum Jüchen. Hier werden im Haus Katz immer donnerstags von 15 bis 17 Uhr faire Produkte verkauft. Der Erlös geht unter anderem an ein Hilfsprojekt in Kolumbien, das Flüchtlingskinder betreut.

Ursula Klaffs Engagement ist es zu verdanken, dass am Gymnasium in Jüchen eine Eine-Welt-AG entstand. Auch die Arbeitsgemeinschaft an der Realschule begleitet die rüstige Rentnerin. Zur Entspannung greift sie gern zu einem guten Buch oder zu einem Sudoko-Rätsel und genießt die Ruhe im heimischen Garten. Mit Begeisterung organisiert die Neuenhovenerin Veranstaltungen vom Fairen Erntedank-Frühstück bis hin zum monatlichen Friedensgebet mit und packt mit an, wenn beim Pfarrfest in der Nachbargemeinde Helfer am Fair-Trade-Stand gesucht werden. Denn sie weiß: "Die Arbeit für eine gerechtere Welt ist nur zu schaffen, wenn sie auf vielen Schultern verteilt ist."

Ursula Klaff hofft, dass noch mehr Verbraucher als bisher zu fairen Produkten greifen. "Kaffee trinkt wohl fast jeder", sagt sie, "aber die wenigsten machen sich Gedanken, wie es den Menschen geht, die den Kaffee anbauen." Dabei kostet eine Tasse fairer Kaffee lediglich rund drei Cent mehr als eine Tasse Kaffee ohne Trans-Fair-Siegel.

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