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Tipps zum Umgang mit Wespen und Hornissen

Umwelt |

Sobald der Pflaumenkuchen auf dem Tisch steht oder die Würstchen auf dem Grill liegen, stellen sich oftmals ungebetene schwarz-gelbe Gäste ein: die Deutsche Wespe und die Gewöhnliche Wespe. Sie bilden Staaten mit bis zu mehreren tausend Tieren und dringen als Kulturfolger in den häuslichen Wohnbereich des Menschen vor.

Bereits im April und Mai suchen die Wespen-Königinnen Höhlen auf und bauen dort ein zunächst sehr kleines Nest. Meist fallen die Nester erst im Juli und August auf, wenn die Volksstärke angewachsen ist. Denn um ihren Nachwuchs zu versorgen, sammeln die Tiere auch Süßes wie Obst oder zuckerhaltige Getränke - und belästigen den Menschen. Auch eiweißhaltige Lebensmittel wie Grillfleisch sind den Wespen als Nahrung willkommen. Ab September lösen die Staaten sich auf, nachdem die Jungköniginnen ausgeflogen sind und die alte Königin abgestorben ist. In dieser Phase sind die Arbeiterinnen oft "orientierungslos".

Was ist zu tun bei einem Wespennest im eigenen Garten? "Zunächst einmal ruhig bleiben und wenn möglich den Tieren aus dem Weg gehen", empfiehlt Michael Stevens, Geschäftsführer im Haus der Natur, der Biologischen Station im Rhein-Kreis Neuss e.V. "Man sollte schnelle, hektische Bewegungen vermeiden, nicht die Hauptflugrichtung blockieren und auf keinen Fall im Nest herumstochern." Denn wenn jemand gestochen wird, werden Duft- und Botenstoffe freigesetzt, die andere Wespen anlocken und zur Verteidigung auffordern.

Dürfen Wespen beseitigt werden? Eine Umsiedlung oder Bekämpfung empfiehlt der Diplom-Biologe Michael Stevens dann, wenn Menschen durch ein Nest in unmittelbarer Nähe von Haus oder Terrasse gefährdet sind. "Viele Bürger wissen nicht, dass die Nester der Wespen, Hummeln und auch Hornissen einjährig sind und im nächsten Sommer nicht wieder besiedelt werden", so der Vertreter der Biologischen Station im Kloster Knechtsteden in Dormagen. Diese hat für den Rhein-Kreis Neuss die Beratung zum Thema Hautflügler - wie Wespen und Hornissen - übernommen. Sie ist erreichbar unter Tel. 02133/5023-0 sowie per E-Mail unter info@biostation-neuss.de.

Gemeinsam mit seinem Team hilft Michael Stevens Ratsuchenden telefonisch weiter - zum Beispiel, wenn Bürger Probleme haben mit einem Nest im häuslichen Bereich. Sie geben Tipps zur Umsiedlung, beraten aber auch bei Fragen zur Bekämpfung. Die in Einzelfällen erforderliche Umsiedlung oder Bekämpfung der Wespen-Staaten fallen nicht in das Aufgabenfeld der Biologischen Station.

Eine spezielle Ausnahmegenehmigung der Unteren Landschaftsbehörde des Rhein-Kreises Neuss ist erforderlich, wenn zum Beispiel ein Hornissen-Nest versetzt werden soll. Dabei müssen allerdings ganz spezielle Beeinträchtigungen vorliegen, da Hornissen unter einem besonderen Artenschutz nach dem Bundesnaturschutzgesetz stehen. Übrigens unterliegen auch Wespen nach diesem Gesetz dem allgemeinen Schutz der wild lebenden Arten und dürfen nicht ohne vernünftigen Grund verletzt, gefangen oder getötet werden.

Tipps für den Umgang mit Wespen:

  • Möglichst Distanz von zwei bis drei Metern zum Nest einhalten
  • In der Umgebung der Nester Erschütterungen (Rasenmähen) und hektische Bewegungen vermeiden
  • Kleinkinder vom Nest fernhalten
  • Nicht mit Gegenständen in möglichen Einfluglöchern herumstochern
  • Insektenschutzgitter verwenden
  • Perlenvorhänge oder Flatterbänder an Terrassentüren sind sinnvoll, um die Tiere von der Wohnung fern zu halten
  • Hornissen fliegen auch in der Dämmerung und reagieren auf Licht. Hat sich ein Tier in die Wohnung verflogen, das Licht löschen, um dem Tier wieder den Weg nach draußen zu ermöglichen.

Vorsichtsmaßnahmen am Kaffeetisch und beim Grillen:

  • Keine Speisen ohne Abdeckung stehen lassen, Speisereste sofort entfernen
  • Getränke abdecken (Gläser abdecken, Flaschen verschließen)
  • Reste von Süßigkeiten am Mund von Kindern abwischen; Kinder sollten Strohhalme benutzen
  • Im Sommer nicht barfuß über blühende Wiesen oder in Bereichen mit Fallobst laufen
  • Starke Duftstoffe in Haarsprays, Parfüm, Cremes und Rasierwasser vermeiden; sie gaukeln süße Nahrung vor und können Wespen anlocken

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