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Migranten-Stipendium des Rhein-Kreises Neuss: Finanzielle Unterstützung für Angelika und Arthur

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Angelika Galutin von der Gesamtschule an der Erft in Neuss und Arthur Leis, Schüler des Neusser Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums, heißen die beiden Preisträger des Migranten-Stipendiums des Rhein-Kreises Neuss. Die beiden Neusser Abiturienten erhalten ein Stipendium in Höhe von 300 Euro monatlich während ihrer Regelstudienzeit von zehn Semestern.

"Diese beiden Stipendiaten haben Vorbildfunktion für andere junge Menschen mit Migrationshintergrund", so Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, der den Abiturienten gratulierte. "Sie werden in den nächsten Jahren in den Schulen im Rhein-Kreis Neuss über ihren Werdegang berichten und damit sicher weitere Schüler dazu ermutigen, sich für das Migranten-Stipendium zu bewerben."

Seit 2009 vergibt der Rhein-Kreis Neuss ein Migranten-Stipendium an erfolgreiche Abiturienten mit Migrationshintergrund, die im Rhein-Kreis Neuss leben, ursprünglich keine deutsche Staatsangehörigkeit hatten und mindestens die letzten drei Jahre im Rhein-Kreis Neuss zur Schule gegangen sind. Darüber hinaus müssen sie ihr soziales Engagement nachweisen können.

Das Migranten-Stipendium des Rhein-Kreises Neuss ist seit 2010 eingebunden in das Stipendien-Programm des Landes NRW. Es wird in Kooperation mit der RWTH Aachen für ein naturwissenschaftliches Studium und der Universität Köln für ein geisteswissenschaftliches Studium vergeben. Da das Land die Hälfte der Kosten trägt, gibt es in diesem Jahr - wie bereits 2010 - zwei Stipendiaten.

Aus acht Bewerbern wählte eine Kommission mit dem Vorsitzenden des Kreisschulausschusses Stephan Ingenhoven, mit Kreisschuldezernt Tillmann Lonnes, Kreisschul- und Kultur-Amtsleiterin Elke Stirken sowie mit Neusser Schulleitern Angelika Galutin und Arthur Leis aus. Beraten wurde diese Kommission von Torsten Götte, Leiter des Projekts "Migrantenförderung an der Schulform Gymnasium im Rhein-Kreis Neuss", und Eva Schmitt-Roth, die beim Kreis als Projektleiterin des Migranten-Stipendiums tätig ist.

Angelika Galutin kam 1996 mit ihrer Familie aus Lettland nach Deutschland. "Ich habe damals kein Wort Deutsch gesprochen", erinnert sich die 21-Jährige Neusserin. "Heute spreche ich nicht nur Deutsch, sondern auch Russisch, Englisch, Französisch und Spanisch." In Köln will sie ihr Jura-Studium mit dem mehrerer Fremdsprachen kombinieren. Die Abiturientin der Gesamtschule an der Erft erreichte einen Abi-Schnitt von 2,1. An ihrer Schule war sie mit für den Ordnungsdienst im Außenbereich verantwortlich und unterrichtete mehrere Nachhilfeschüler.

Arthur Leis lebt heute in Neuss-Reuschenberg und migrierte 1998 von Sibirien nach Deutschland. Sein Interesse für Physik entwickelte sich in der Oberstufe und er erreichte jetzt mit den Leistungskursen Mathe und Physik eine Abi-Note von 1,6. Der 19-jährige Schüler des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums gibt kostenlose Nachhilfestunden in naturwissenschaftlichen Fächern. "Unterrichtet habe ich in den letzten Jahren Schüler zwischen 12 und 18 Jahren", berichtet Arthur Leis. Für ihn steht fest: Er will an der RWTH Aachen Physik studieren.

Weitere Informationen zum Migranten-Stipendium des Rhein-Kreises Neuss erteilt Eva Schmitt-Roth.

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