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Im Urlaub den Artenschutz beachten: Exotische Mitbringsel gehören nicht in den Koffer

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Lebende Schildkröten, Steinkorallen, Elfenbeinschnitzereien, Gürtel aus Reptilienleder, Orchideen, Kakteen, Störkaviar oder Pillen aus den Hörnern vom Aussterben bedrohter Nashörner - lang ist die Liste der vom Zoll beschlagnahmten Souvenirs von geschützten Tieren und Pflanzen. Allein im letzten Jahr beschlagnahmte der deutsche Zoll über 1.500 Urlaubs-Mitbringsel.

Meistens entschuldigen sich die Touristen damit, dass sie "nicht gewusst haben, etwas Verbotenes zu tun". Dennoch müssen sie mit empfindlichen Strafen rechnen. So drohen ihnen Bußgelder bis zu 50.000 Euro sowie ein Straf- oder Ordnungsverfahren, wenn sie gegen die Bestimmungen des internationalen Artenschutzrechts verstoßen oder keine Einfuhrgenehmigung vorlegen können.

Nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen sind zum einen die lebenden Tiere und Pflanzen geschützt und zum anderen Teile von geschützten Exemplaren und daraus gewonnene Erzeugnisse. Genehmigungen sind z.B. für gezüchtete oder künstlich vermehrte Kakteen und Orchideen erforderlich. Für Strandfunde gilt: Auf Korallen oder Muscheln als Urlaubs-Souvenirs sollten Touristen verzichten. Denn der Koralle ist nicht anzusehen, ob sie extra abgebrochen oder nur angeschwemmt wurde.

Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Rhein-Kreises Neuss macht darauf aufmerksam, dass insbesondere Fernreisende sich vor dem Urlaub über verbotene Souvenirs informieren sollten, um unangenehme Überraschungen bei der Rückkehr zu vermeiden. Umfassende Informationen zu den Bestimmungen des Artenschutzes in einzelnen Urlaubsländern gibt es auf der Internetseite www.artenschutz-online.de des Zolls in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Naturschutz. Geschützte Arten sind auch bei "WISIA" vom Bundesamt (www.wisia.de) aufgeführt.

Wilfried Theißen vom Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Kreises rät: "Im Zweifel sollten Touristen die Finger weg lassen von exotischen Mitbringseln aus dem Urlaub. Artengeschützte Tiere zum Beispiel dürfen aus Nicht-EU-Ländern nicht ohne Einfuhrgenehmigung mitgebracht werden; einige Arten können aber als legale europäische Nachzuchten bei uns in Deutschland erworben werden." Weitere Informationen zum Thema "Artenschutz" gibt Wilfried Theißen.

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