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Katastrophenschützer sind auf den Ernstfall gut vorbereitet  

Vor dem Neusser Finanzamt im Hammfeld haben 60 Einsatzkräfte die Dekontamination von Verletzten geübt

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Katastrophenszenario auf dem Parkplatz vor dem Neusser Finanzamt im Hammfeld: 60 Einsatzkräfte - unter ihnen auch einige in knallgelben, luftdichten Schutzanzügen - haben die Dekontamination von Verletzten, die mit atomaren, biologischen oder chemischen Gefahrstoffen Kontakt hatten, geübt. Zum Einsatz kam der Verletzten-Dekontaminationsplatz 50 NRW, eine Einheit des überörtlichen Katastrophenschutzes. "Im Rahmen der Übung werden die Ablaufstrukturen eines Einsatzes gefestigt. In Bereitschaft ist die Dekontaminationseinheit dann bei der Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft im kommenden Sommer", so Hans-Joachim Klein, Leiter des Kreisordnungsamtes, der sich vor Ort über den Übungsablauf informierte.

Dekontamination wird im Rhein-Kreis Neuss von Kräften der Feuerwehren aus Dormagen, Grevenbroich, Kaarst und Meerbusch sowie der Johanniter-Unfall-Hilfe und des Malteser Hilfsdienstes durchgeführt. Die überörtlich einsetzbare Einheit kann bis zu 50 Personen pro Stunde von einer Kontamination mit Gefahrstoffen befreien und anschließend an den Rettungsdienst zur weiteren Versorgung übergeben. Ausgestattet ist der mobile Dekontaminationsplatz mit zwei Schnellaufbauzelten von je 40 m² Grundfläche, Heizung, eigenem Stromerzeuger, Material zu Dekontamination und zur Wundversorgung, Atemschutzmasken und Ersatzkleidung sowie Schutzausrüstung für die Einsatzkräfte. "Durch die Dekontamination vor Ort wird erreicht, dass die Einwirkzeit der Gefahrstoffe auf den menschlichen Körper reduziert und somit eine gesundheitliche Schädigung des Betroffenen minimiert wird. Außerdem soll eine Verschleppung der Kontamination und damit eine Gefährdung des rettungsdienstlichen Personals und der Mitarbeiter in den Krankenhäusern verhindert werden", erläuterte Kreisbrandmeister Reinhard Seebröcker, der die Übung leitete.

Der Rhein-Kreis Neuss ist für die allgemeine Gefahrenabwehr im Kreisgebiet zuständig und gehörte zu den ersten fünf Kommunen in Nordrhein-Westfalen, die über eine Dekontaminationseinheit für Verletzte verfügen. Allgemeine Gefahrenabwehr umfasst die Bereiche Rettungsdienst, Feuer- und Katastrophenschutz sowie die Bewältigung von Großschadensereignissen. Mehr als 60.000 Einsätze leisten Feuerwehren und Rettungsdienste im Kreisgebiet jährlich. Dazu werden mehr als 1.600 Feuerwehrkräfte und 400 Helfer im Rettungsdienst mit rund 470 Fahrzeugen eingesetzt.

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