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Grenzüberschreitende Kooperation der Gesundheitsämter beim Infektionsschutz besiegelt

Zwei Herren die sich die Hand reichen

Bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages: Dr. Michael Dörr (r.) und Dr. med. Frank de Jong

Gesundheit |

Mit ihren Unterschriften besiegelten Dr. med. Frank de Jong, Leiter des Gesundheitsamtes der niederländischen Region Limburg - Nord, und sein Kollege aus dem Rhein-Kreis Neuss, Dr. med. Michael Dörr, jetzt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Infektionsschutz.

Der geschlossene Kooperationsvertrag zielt auf die Bildung eines Qualitätsverbundes der Gesundheitsämter dies- und jenseits der Grenze ab. Durch kontinuierlichen Austausch von Wissen, Erfahrungen und aktuellen Informationen soll die Bekämpfung u.a. von multiresistenten Keimen erleichtert und verbessert werden.

Der Anspruch auf ausgezeichnete Gesundheitsversorgung besteht auf beiden Seiten der deutsch-niederländischen Grenze. Unterschiede gibt es jedoch in Bezug auf die Strategien zur Prävention von Infektionen mit Antibiotika resistenten Erregern, wie z.B. MRSA (methicillin-resistenter Staphylococcus aureus).

MRSA-Erkrankungen stellen weltweit vor allem in Kliniken eine Gefahr dar. In Deutschland liegt die MRSA-Rate im Durchschnitt rund achtmal höher als in den Niederlanden. Allein in Deutschland infizieren sich ca. 50.000 Patienten jedes Jahr mit MRSA. Eine unbekannte Anzahl von Patienten ist schon bei Aufnahme in das Krankenhaus infiziert, ohne es zu wissen. Hier kann eine Eingangsuntersuchung Klarheit verschaffen, wie sie beispielsweise in den Niederlanden bereits durchgeführt wird. Auf deutscher Seite soll die MRSA - Rate erfasst und auf das niederländische Niveau gesenkt werden. Auf niederländischer Seite soll vor allem der Zufluss von MRSA aus Deutschland und die Ausbreitung einer aggressiveren Sonderform des Erregers (ca-MRSA) kontrolliert werden. Der neue Qualitätsverbund der Gesundheitsämter soll die Patientensicherheit auf beiden Seiten der Grenze verbessern und die Mobilität von Patienten erhöhen. Die Kooperation ist Teil des Projektes "EurSafety Health-net" in der Euregio Rhein Maas - Nord.

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