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Pflegemarktbericht 2010: "Rhein-Kreis Neuss auf dem richtigen Weg"

Pfleger führt eine Seniorin

Der Bevölkerungsanteil der über 65-Jährigen wird im Rhein-Kreis bis 2025 auf voraussichtlich 24,8% steigen.

Soziales |

In den 35 Seniorenheimen im Rhein-Kreis Neuss stehen 3 178 Plätze zur Verfügung - damit ist der Bedarf aktuell gut abdeckt. Das berichtet Jürgen Steinmetz, Allgemeiner Vertreter des Landrats. Gemeinsam mit Kreissozialamtsleiter Siegfried Henkel und Marcus Mertens von der Heimaufsicht des Kreises legte er jetzt den Pflegemarktbericht 2010 vor. Dabei stellten die Kreisvertreter die Prognosen aus einem 2008 bei der Forschungsgesellschaft für Gerontologie, Dortmund, in Auftrag gegebenen Gutachten den aktuellen Zahlen gegenüber.

"Nach der Prognose von 2008 ergab sich für 2010 ein Bedarf von mindestens 2 850 und maximal 4 200 stationären Plätzen. Wir sind bewusst moderat mit Neubauplanungen umgegangen und haben heute ein Angebot von knapp 3 200 Seniorenheim-Plätzen. Damit lagen wir richtig, denn zurzeit sind Angebot und Nachfrage ausgewogen.", so Steinmetz.

Mit Blick auf die weitere demographische Entwicklung sind gleich mehrere Neubauten in der stationären Altenpflege im Rhein-Kreis Neuss in Planung. 356 Plätze werden voraussichtlich in den nächsten ein bis zwei Jahren in Dormagen, Grevenbroich, Neuss und Korschenbroich geschaffen. Da der Anteil der Bürger über 65 Jahren von 20,8 Prozent im Jahr 2010 auf voraussichtlich 24,8 Prozent im Jahr 2025 steigt, sieht der Kreis schon bis 2015 einen Bedarf von weiteren 300 zusätzlichen Pflegeheim-Plätzen.

Ein Großteil der Seniorenheim-Bewohner im Rhein-Kreis Neuss ist auf Sozialleistungen angewiesen. Im Seniorenhaus Lindenhof, einer Einrichtung des Rhein-Kreises Neuss, kostet zum Beispiel ein Platz in der niedrigsten Pflegestufe pro Monat 2 658,93 Euro; die Pflegeversicherung deckt aber nur 1 023 Euro ab. Dazu erläuterte Kreissozialamtsleiter Siegfried Henkel: "Wenn der Pflegebedürftige diese Differenz nicht selbst aufbringen kann, muss der Kreis als örtlicher Träger der Sozialhilfe einspringen. Zwei Drittel der Heimplätze werden heute von uns bezuschusst." Für diese gesetzliche Verpflichtung gab der Rhein-Kreis Neuss im vergangenen Jahr 19,6 Millionen Euro aus. Im aktuellen Haushalt werden dafür 21 Millionen Euro bereitgestellt.

Während in Zukunft laut Pflegemarktbericht Seniorenheimplätze in Neuss und Dormagen benötigt werden, verzeichnen Meerbusch und demnächst voraussichtlich auch Grevenbroich ein Überangebot an Plätzen. Dazu Landrat-Vertreter Jürgen Steinmetz: "Wir sind in diesem Zusammenhang darauf angewiesen, dass die Städte und Gemeinden bei Neubauanträgen von ihrem Planungs- und Baurecht Gebrauch machen." Mit Blick auf das gesamte Kreisgebiet sieht Steinmetz den Rhein-Kreis Neuss "auf dem richtigen Weg". Voraussichtlich im Jahr 2013 wird die Forschungsgesellschaft für Gerontologie eine neue Prognose erstellen.

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