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Vermieter müssen ihr Warmwasser untersuchen lassen

Gesundheit |

Am 01.11.2011 gilt die neue Trinkwasserverordnung. Vermieter von Mehrfamilienhäusern und Gewerbeobjekten müssen ab sofort ihre Warmwasseranlagen dem Gesundheitsamt anzeigen und jährlich Untersuchungen auf Legionellen veranlassen, wenn der Trinkwassererwärmer mehr als 400 Liter Volumen fasst oder die Leitung vom Erwärmer bis zur Entnahmestelle mehr als drei Liter Volumen beinhaltet. Amtsarzt Dr. Michel Dörr weist auf die gesundheitliche Bedeutung dieser neuen Regelungen hin:

"Jedes Jahr erkranken rund 30.000 Menschen in Deutschland an der Legionellose, einer Lungenentzündung, die durch Legionellen hervorgerufen wird. Bis 15% der Fälle enden sogar tödlich. Hinzu kommt schätzungsweise die 10- bis 100-fache Anzahl an Erkrankungen am Pontiac-Fieber, einer grippeähnlichen Erkrankung, die auch durch Legionellen verursacht wird. Die Aufnahme in den Körper erfolgt durch das Einatmen feiner Wassertröpfchen, z.B. beim Duschen."

Legionellen sind in sehr geringen Mengen in jedem Trinkwasser enthalten. In Warmwassersystemen können sie sich sehr schnell vermehren, insbesondere, wenn Mängel in der Technik, der Wartung und des Betriebes vorliegen, wie z.B. legionellenfreundliche Temperaturen zwischen 25 und 55°C, tote Rohrleitungen oder mangelnder Durchfluss. Schlimmstenfalls kann das ganze System kontaminiert werden.

"Die Legionellose und das Pontiac-Fieber sind Erkrankungen, die durch die Beachtung technischer Vorschriften vermieden werden können", sagt Dipl.-Ing. Siegfried Hauswirth, Leiter der Abteilung Umweltmedizin und Infektionsschutz im Gesundheitsamt. "Besonders anfällig sind alte, weit verzweigte Warmwasserversorgungssysteme in großen Gebäuden."

Der so genannte "technischen Maßnahmenwert" beträgt 100 Legionellen in 100 Milliliter (100KBE/100m) Wasser. Ist er erreicht oder überschritten, deutet dies auf Mängel im System hin, und der/die Betreiber/in kann verpflichtet werden, eine Gefährdungsanalyse durchführen. Es muss aber auch auf folgendes  hingewiesen werden: Wer es versäumt, das Trinkwasser auf Legionellen zu untersuchen oder das Gesundheitsamt zu unterrichten oder Verbraucher bei Erreichen oder Überschreiten des technischen Maßnahmenwertes zu informieren,  begeht eine Ordnungswidrigkeit.

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