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Regionenvergleich der IHK: Neuss punktet mit hoher Produktivität

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Ein starkes Wirtschaftswachstum verbunden mit hoher Produktivität - der Rhein-Kreis Neuss hat bei einer Standortuntersuchung der IHK-Mittlerer Niederrhein sehr gut abgeschnitten. Auf Basis von insgesamt 31 Standortindikatoren stellt die Studie den Mittleren Niederrhein ähnlich großen und vergleichbar strukturierten Regionen gegenüber: Aachen, Braunschweig, Heilbronn-Franken, Karlsruhe und Ulm. Die Indikatoren lassen sich verschiedenen Themenfeldern zuordnen, wobei der Mittlere Niederrhein unterschiedlich gut abschneidet.

"Der Rhein-Kreis Neuss überzeugt mit überdurchschnittlichem Wirtschaftswachstum und einer hohen Produktivität", berichtet IHK-Vizepräsident Wilhelm F. Thywissen. So stieg im Rhein-Kreis das Bruttoinlandsprodukt in den Jahren von 2000 bis 2008 um 35,4 Prozent und lag damit weit über dem Bundeswachstum von 21,1 Prozent. So erwirtschaftete hier jeder Erwerbstätige im Jahre 2008 durchschnittlich 81.534 Euro. Auch dieser Wert übersteigt den Bundesdurchschnitt von 63.481 Euro deutlich und wird zudem in keiner der untersuchten Vergleichsregionen erreicht. "Diese Zahlen belegen die außerordentliche Produktivität einer leistungsstarken Industrie, die den Nucleus der Wirtschaft des Rhein-Kreises darstellt", so Thywissen.

Folglich kann sich auch das Wohlstandsniveau sehen lassen. 34.614 Euro beträgt das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner und liegt damit ebenfalls über dem Bundesdurchschnittswert (30.436 Euro). Entsprechend stark ist die Kaufkraft je Einwohner, die mit 22.945 Euro ebenfalls die bundesdurchschnittliche Kaufkraft (19.684 Euro) hinter sich lässt und in keiner der betrachteten Vergleichsregionen erreicht wird. In Folge dieser wirtschaftlich gesunden Lage fällt auch die Arbeitslosenquote mit 6,6 Prozent entsprechend niedrig aus. Allerdings stehen in diesem Punkt die baden-württembergischen Regionen noch deutlich besser dar. So hat Ulm eine Arbeitslosenquote von 4 und Heilbronn-Franken von 4,7 Prozent.

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. So weist der Rhein-Kreis mit 1.560 Euro kommunaler Schulden je Einwohner einen recht hohen Schuldenstand auf, obwohl er über eine überdurchschnittlich starke Steuereinnahmekraft verfügt. Diese hohe Schuldenlast überrascht umso mehr, als der Rhein-Kreis zudem eine eher niedrige Sozial¬hilfe-Quote aufweist.

Insgesamt zeigt der Regionen-Vergleich ein deutliches Süd-Nord-Gefälle. Insbesondere beim Themenfeld "Arbeitsmarkt", dem Sozialbereich, den öffentlichen Finanzen sowie der demografischen Entwicklung schneiden die drei süddeutschen Regionen tendenziell besser ab. Im Bereich Wachstum und Wohlstand kann der Mittlere Niederrhein hingegen gut mithalten.

Diese generelle Diskrepanz zwischen den südlichen sowie den westlichen und nördlichen Regionen zeigt allerdings auch, dass diese allein nur bedingt für ihr jeweiliges Abschneiden verantwortlich gemacht werden können. "Deshalb ist gerade auch die Landesregierung gefordert, die Themen Standortpflege, Haushaltskonsolidierung und Bürokratieabbau ganz oben auf ihre politische Agenda zu setzen", fordert der IHK-Vizepräsident.

Fragen zur Studie "Der Mittlere Niederrhein im Regionenvergleich" beantwortet Rainer Növer, Geschäftsführer des Bereichs Standortpolitik der IHK Mittlerer Niederrhein, Telefon 02151 635-350, Email: noever@krefeld.ihk.de.

(Quelle: IHK)

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