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Aufwändiges Umweltschutzsystem

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Mehr als 40 Jahre lang diente die Deponie in Neuss-Grefrath als Ablagestätte für Hausmüll. Seit dem Jahr 2000 gelangen nur noch Abfälle auf die Deponie, die keine organischen Anteile besitzen. Von außen sieht man dem teils begrünten Gelände die technisch aufwändigen Abdichtungs- und Entwässerungssysteme sowohl im Untergrund als auch auf der Oberfläche nicht an. Bei Deponieführungen, die von der Kreisverwaltung angeboten werden, können die Abdichtungssysteme besichtigt werden. Information und Anmeldung unter Telefon 02181/601-6836 (Thomas Willmer).

Von den 84 Hektar Gesamtfläche ist ein großer Teil mit einer mehrschichtigen Abdichtung aus Ton, einer Kunststoffdichtungsbahn, einem textilen Schutzvlies und einer Flächendrainage ausgerüstet. Insbesondere der 3-lagige, gewalzte Ton hat einen so hohen Abdichtungswert, dass nicht der kleinste Wassertropfen in den Untergrund sickern kann. "In Drainageleitungen und Sickerwasserschächten sammelt sich das Wasser aus der Deponie und läuft über Ringleitungen zu einer Reinigungsanlage", erläutert Norbert Clever, Leiter des Kreisumweltamtes, die mehrstufige Reinigung des Abwassers, das am Ende so sauber ist, wie normales Haushaltsabwasser. In einer kommunalen Kläranlage wird das gereinigte Deponiesickerwasser weiter behandelt.

Aus den 80er Jahren stammen die so genannten Sickerwasser-Schrägschächte. Dabei handelt es sich um begehbare Betonröhren, die vom festen Rand der Deponie aus bis zu 30 Meter tief in den Abfallberg hineinreichen. "Auch heute noch steigen Kreis- und Deponiemitarbeiter darin zur Kontrolle des Sickerwassers in den Untergrund hinab. Strenge Sicherheitsvorkehrungen müssen dazu getroffen werden, denn das Deponiegas, das im alten Abfallberg noch entsteht, ist für Menschen in den Schächten gefährlich", weiß Clever. Das anfallende Gas wird in Gasdrainagen gesammelt und zu einem Blockheizkraftwerk gepumpt, wo es in Strom für die Nutzung der Deponie-Anlagen zur Müllsortierung und -behandlung umgewandelt wird.

Neben regelmäßigen Kontrollen des Sickerwassers in den Sammelschächten sorgen 13 Grundwasserbeobachtungsbrunnen rund um die Deponie für zusätzliche Sicherheit. "Jede kleine Spur von Stoffen, die die Umwelt belasten, fällt bei den Analysen des Grundwassers auf", so Clever.

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