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Migranten-Stipendium des Rhein-Kreises: Meryim und Hasan können ins Studium durchstarten

Mehrere Personen vor einer Stellwand

Ein Migranten-Stipendium des Rhein-Kreises Neuss erhalten Meryim Poursheykhi aus Grevenbroich und Hasan Dogan aus Neuss (Mitte). Im Neusser Kreishaus gratulierten: Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, Petra Schoppe, stellvertretende Vorsitzende des Schulausschusses und Mitwirkende in der Auswahlkommission, Eva Schmitt-Roth, Projektleiterin "Migranten-Stipendium" beim Rhein-Kreis Neuss, und Torsten Götte, Leiter des Projekts "Migrantenförderung an der Schulform Gymnasium im Rhein-Kreis Neuss" (v.r.).

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Die frischgebackene Abiturientin Meryim Poursheykhi vom Erasmus-Gymnasium in Grevenbroich und Hasan Dogan, der sein Abitur auf dem Quirinus-Gymnasium in Neuss abgelegt hat, können ins Studium durchstarten. Als Stipendiaten im Rahmen der Migranten-Förderung des Rhein-Kreises Neuss erhalten sie jeweils ein Stipendium in Höhe von 300 Euro monatlich während der Regelstudienzeit von zehn Semestern. "Unter sehr guten Bewerbern waren sie die Besten. Darüber war sich die Auswahlkommission einig", so Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, der den Stipendiaten im Kreishaus Neuss gemeinsam mit Petra Schoppe, stellvertretende Vorsitzende des Schulausschusses und Mitwirkende in der Auswahlkommission, Elke Stirken, Leiterin des Amts für Schulen und Kultur des Rhein-Kreises Neuss, und Torsten Götte, Leiter des Projekts "Migrantenförderung an der Schulform Gymnasium im Rhein-Kreis Neuss", gratulierte.

Die Anforderungen an die Bewerber waren hoch: Sie sollten nicht nur ein überdurchschnittliches Abitur sondern auch soziales Engagement vorweisen können. Und als Kinder und Jugendliche ohne oder mit geringen Deutschkenntnissen mussten sie schulbegleitend das Projekt "Migrantenförderung an der Schulform Gymnasium im Rhein-Kreis Neuss" absolviert haben. "Sprache ist Voraussetzung für Integration und Bildung die Basis für beruflichen Erfolg", betonte Petrauschke. "Die Schülerinnen und Schüler, die im Rahmen der Migrantenförderung im Rhein-Kreis Neuss in kürzester Zeit Deutsch lernen und erfolgreich ein Gymnasium besuchen, zeigen hohe Leistungsbereitschaft. Und besonders unsere Stipendiaten haben Vorbild-Charakter für junge Menschen mit Migrationshintergrund."

Schüler aus Zuwanderer-Familien machen seltener einen hohen Schulabschluss als deutsche Schüler, wie der Bericht der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung belegt. Danach besuchen beispielsweise nur neun Prozent der Schüler mit türkischen Wurzeln als weiterführende Schule ein Gymnasium. Unter deutschen Schülern liegt der Anteil der Gymnasiasten bei 29 Prozent. Um Kindern aus Zuwanderer-Familien bessere Chancen im Bildungssektor zu eröffnen, bietet der Rhein-Kreis Neuss das Projekt "Migrantenförderung an der Schulform Gymnasium im Rhein-Kreis Neuss" an, das am Quirinus-Gymnasium in Neuss angesiedelt ist. Das Angebot richtet sich an Schüler zwischen 10 und 16 Jahren, die trotz fehlender oder nur geringer Deutschkenntnisse als Seiteneinsteiger ein Gymnasium im Kreisgebiet besuchen. Auch die beiden Stipendiaten haben das intensive Förderprogramm erfolgreich absolviert.

Meryim Poursheykhi, die persische Wurzeln hat, amerikanische Staatsbürgerin ist und seit 2004 in Grevenbroich lebt, wird Humanmedizin an der RWTH Aachen studieren. Hasan Dogan stammt aus der Türkei, lebt seit 1999 in Neuss und hat die deutsche Staatsangehörigkeit. Er will an der Universität Köln ein Lehramtsstudium in den Fächern Geschichte und Mathematik aufnehmen. Im Rahmen eines Begleitprogramms zum Migranten-Stipendium werden die beiden während ihres Studiums Schulen im Rhein-Kreis Neuss besuchen, um Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund ihren Werdegang zu schildern und von ihren Erfahrungen zu berichten.

Erstmals hatte der Rhein-Kreis Neuss im vergangenen Jahr ein Migranten-Stipendium vergeben. Seit 2010 ist es eingebunden in das Stipendien-Programm des Landes NRW und wird in Kooperation mit der RWTH Aachen für ein naturwissenschaftliches Studium und der Universität Köln für ein geisteswissenschaftliches Studium vergeben. Da das Land die Hälfte der Kosten trägt, konnten diesmal zwei Stipendien vergeben werden.

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