Stapel regionaler Zeitungen

Sie befinden Sich hier:

Inhalt

Das Land Nordrhein-Westfalen und der Rhein-Kreis Neuss unterstützen die Stiftung Schloss Dyck bei der Schlosssanierung

Wasserschloss mit Baugerüst

Kultur |

Fast 1000 Jahre ist es her, als "Hermannus de Dicco" in Höhe des heutigen Hochschlosses eine einfache Befestigungsanlage errichtete. Die wehrhafte Wasserburg, die seine Nachfolger daraus machten, wurde im 30-jährigen Krieg zerstört. Graf Ernst Salentin zu Salm-Reifferscheidt-Dyck war es, der im 17. Jahrhundert die heutige repräsentative Residenz mit dem Hochschloss als Vierflügelanlage aufbaute. Zuvor schon entstanden der Stallhof sowie Reitstall, Wachstube und Brauhaus. Der sich wandelnde Zeitgeschmack und technische Errungenschaften zogen im Laufe der Jahrhunderte weitere Modernisierungen und Umbauten nach sich. Noch bis in die 1990er Jahre diente das Schloss der Familie Salm-Reifferscheidt-Dyck als Wohnsitz. Mit Gründung der Stiftung Schloss Dyck als Zentrum für Gartenkunst und Landschaftskultur hat eine umfassende Sanierung der Gesamtanlage und eine zeitgemäße inhaltliche Neuausrichtung begonnen.

Erster Bauabschnitt - In den Jahren von 2001 bis 2003 wurden im Rahmen des ersten Bauabschnitts der Süd- und Westflügel des Hochschlosses und der Ostflügel des Stallhofes sowohl von außen als auch von innen saniert. Die repräsentativen Parterre-Räume des Hochschlosses wurden der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht. Im Stallhof widmet sich die ständige Ausstellung "Landschaft" der Gartenkunst des 18. und 19. Jahrhunderts.

Zweiter Bauabschnitt - In einem zweiten Bauabschnitt werden seit dem Herbst 2009 sowohl am Nord- und Osttrakt des Hochschlosses als auch am Westtrakt des Stallhofes die Außenwände, der Dachstuhl und die Dacheindeckung saniert. Balken werden ausgetauscht, Knotenpunkte und Gesimse saniert, der Dachboden erneuert und gedämmt sowie die charakteristischen Türme und Traufen am Hochschloss neu gedeckt.

Mit einem Abschluss der gesamten Bauarbeiten rechnet Michael Baumeister, Leiter des Amtes für Gebäudewirtschaft des Rhein-Kreises Neuss, bis Mitte 2011. "Aber Restarbeiten werden sicherlich noch in 2012 anfallen", weiß er aus Erfahrung. Im Rahmen der Bauarbeiten findet auch eine Umnutzung des Westtraktes des Stallhofes statt. Befanden sich im Erdgeschoß ursprünglich die Stallungen und im Obergeschoss Verwaltungsräume, werden diese nun in einen Mehrzweckbereich im Erdgeschoss und einen Seminarbereich im Obergeschoss umgewandelt. "Damit stehen im Erdgeschoss des Stallhofes Räumlichkeiten zur Verfügung, die sowohl für Ausstellungen, für Veranstaltungen oder Märkte, aber auch für Vorträge und Feierlichkeiten genutzt und angemietet werden können", erläutert Jens Spanjer, Vorstand der Stiftung Schloss Dyck.

Verschlämmung - Dem verstärkten Engagement von Lutz Lienenkämper, Minister für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, ist es zu verdanken, dass im März 2010 mit den Schlämmarbeiten an Hochschloss und Stallhof begonnen werden kann. Nach heutigem, unter anderem auf Farbresten an den Fassaden basierenden Wissensstand und Untersuchungen des Amtes für Denkmalpflege war das Schloss im Spätbarock bereits ockerfarben verschlämmt. Dieser ursprüngliche Zustand soll nun wieder hergestellt werden. "Neben optischen Aspekten bedeutet eine Verschlämmung gleichzeitig eine langfristige Substanzerhaltung", erklärt Michael Baumeister. "Die aufgebrachte Verschlämmung ist eine Verschleißschutzschicht zum Schutz des Mauerwerks". Begonnen wird mit den bereits sanierten Fassaden des ersten Bauabschnitts. Sukzessive schließen sich nach Baufortschritt des zweiten Bauabschnitts die Schlämmarbeiten an den übrigen Fassaden an. "Wir hoffen, dass die Verschlämmung zum Jahresende abgeschlossen ist", so Michael Baumeister. Der Park- und Schlossbesuch ist trotz der Bauarbeiten ungehindert möglich. Die historischen Innenräume selbst sind von den Bauarbeiten nicht betroffen. "Wir sind sehr bestrebt, eine Beeinträchtigung bei der Vermietung unserer Veranstaltungsräume durch eine enge Abstimmung sowie Lenkung der Bautätigkeit so gering wie möglich zu halten", erklärt Jens Spanjer.

Städtebauförderung - Das Land NRW sowie der Rhein-Kreis Neuss beteiligen sich im Rahmen der Städtebauförderung mit 27,4 Millionen Euro an den Sanierungsmaßnahmen in Schloss Dyck. Davon bestritten wurde bereits die zur Landesgartenschau 2002 erfolgte Sanierung des Englischen Landschaftsgartens. Die Kosten des zweiten Bauabschnitts betragen voraussichtlich 4,6 Millionen Euro. Die Mittel werden zu 80 Prozent vom Land NRW und zu 20 Prozent vom Rhein-Kreis Neuss gestellt. Hinzu kommen Zuschüsse vom Bund, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Kunststiftung NRW, der Stiftung Kulturpflege und Kulturförderung der Sparkasse Neuss sowie von den Landschaftsverbänden Rheinland und Westfalen-Lippe und den Freunden und Förderern von Schloss Dyck e.V. Nicht zuletzt dank der Fürsprache von Landrat Hans-Jürgen Petrauschke leistet der Rhein-Kreis Neuss weitere Unterstützung: Das Amt für Gebäudewirtschaft des Rhein-Kreises Neuss begleitet die gesamte Bauabwicklung in Schloss Dyck. Entsprechend dankbar zeigt sich Jens Spanjer für die weitreichende finanzielle und ideelle Unterstützung. "Mit Ende des zweiten Bauabschnitts haben wir die dringendsten Sanierungsmaßnahmen abgeschlossen", hofft er und blickt schon weiter in die Zukunft: "Mit 241000 Besuchern ist Schloss Dyck als touristisches Juwel am Niederrhein mittlerweile fest verankert. Wenn sich die Anlage ab Mitte 2011 deutlich schöner und attraktiver präsentiert, werden wir die Besucherzahlen sicherlich noch steigern können."

Quelle: Stiftung Schloss Dyck

Wichtiger Hinweis: Sie sehen eine Archivseite. Diese Informationen geben den Stand des Veröffentlichungstages wieder () und sind möglicherweise nicht mehr aktuell.