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Stellvertreter Landrat Dr. Hans-Ulrich Klose wird 75

4 Personen mit einer Torte

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Wer die politischen und ehrenamtlichen Ämter von Dr. Hans-Ulrich Klose aufzählen will, braucht einen langen Atem. Als Regimekritiker seinerzeit in der DDR inhaftiert, führte sein Weg 1957 in den heutigen Rhein-Kreis Neuss, der schnell zur zweiten Heimat wurde. Am 29. März feiert der Erste Stellvertretende Landrat seinen 75. Geburtstag. Große Feiern und viel Aufsehen um seine Person ist Kloses Sache nicht, deshalb verzichtete er auch auf offizielle Empfänge und zu viel "Tamtam", wie es der 75-Jährige nannte.

Stattdessen fanden sich bei Kaffee und Kuchen einige Freunde und alte Weggefährten ein. Auch Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und sein Allgemeiner Vertreter Jürgen Steinmetz ließen es sich nicht nehmen, persönlich zu gratulieren. Im Gepäck ein kleines Kunstwerk von Dieter Patt und eine Geburtstagstorte.

"Es gibt immer noch Politiker, die vieles tun, außer nur darüber zu reden. Dr. Hans-Ulrich Klose gehört ohne Zweifel zu ihnen. Politik für die Menschen, die nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens stehen und oft keine lautstarke Lobby haben – das zeichnet das unermüdliche Engagement des Sozialpolitikers Klose aus, der in seiner langjährigen erfolgreichen Politik für unseren Rhein-Kreis Neuss sichtbare Spuren auch für die nachfolgenden Generationen hinterlassen hat. Dabei ist er sich und seinen Werten stets treu geblieben", würdigte Landrat Petrauschke in einer kurzen Rede das Engagement Kloses.

Er erinnerte auch an die Rolle Kloses bei der kommunalen Neugliederung 1975, der beharrlich und letztlich erfolgreich für die heutige Zusammensetzung der Kreisgemeinschaft gekämpft habe, ohne die später die bemerkenswerte Erfolgsstory des Rhein-Kreises Neuss nicht möglich gewesen wäre. Wie kaum ein anderer Politiker genieße der Erste Stellvertretende Landrat deshalb über alle Parteigrenzen hinweg Respekt und hohes politisches Ansehen.

Geboren wurde Hans-Ulrich Klose 1935 in Rüdersdorf in der Mark Brandenburg bei Berlin. Nach dem Abitur wurde der 17-Jährige Mitglied der Ost-CDU. Während des Studiums wurde er aufgrund von Westkontakten und seiner Regimekritik vom Staatssicherheitsdienst inhaftiert. Nach einer 10-monatigen Haft siedelte er in den Westen um. Die Geschichte, wie er vor 53 Jahren mit einem Koffer aus der ehemaligen DDR kam und etwas orientierungslos am Bahnhof in Korschenbroich stand, ist einigen der Weggefährten Kloses noch in guter Erinnerung. "Den Koffer von damals gibt es noch", lacht Klose. "Ich finde es auch heute noch bemerkenswert, wie freundlich ich am 3. März 1957 in Korschenbroich aufgenommen wurde. Von ‚Fremdenfeindlichkeit’ keine Spur." Ebenso schnell wie Klose in Korschenbroich eine neue Heimat fand, engagierte er sich politisch in der CDU.

Seine ehrenamtliche Arbeit für seine Mitmenschen hat vielfältige Würdigung erfahren. Davon zeugen sowohl Auszeichnungen wie die Verleihung des Großen Verdienstkreuzes Erster Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und die Auszeichnung mit dem Landesverdienstordens.

"Es waren meine  Erfahrungen mit totalitären Systemen, insbesondere mit der kommunistischen Gewaltherrschaft, und die Idee der Freiheit, die mich veranlasst haben, sich in der Politik und in der Kirche zu engagieren." Auch kleine und alltägliche, oft aber sehr entscheidende Dinge durch seine Einflussnahme zu ändern und handfeste Politik für die Menschen zu machen – darin sieht er sich als Politiker gefordert. Diesen Leitgedanken wird er seit vielen Jahrzehnten mit bemerkenswerter Aufrichtigkeit und großer Fairness im Denken und Handeln gereicht.

Die Stationen: Jura-Examen, Promotion über Kirche und Staat im Lande Hessen, Richter am Sozialgericht, von 1970 bis 1998 Justiziar der Apothekenkammer Nordrhein, von 1961 bis 1974 Mitglied im Rat der Stadt Korschenbroich und deren Bürgermeister von 1994 bis 1999, seit 1961 ununterbrochen Kreistagsmitglied und u.a. Vorsitzender des Gesundheits- und Sozialausschusses, Vorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises der CDU Rheinland und später Nordrhein-Westfalen, von 1964 bis 2008 Presbyter der evangelischen Kirchengemeinde Korschenbroich und der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland, bis heute Mitglied der Kreissynode Gladbach-Neuss, Landtagsabgeordneter seit 1966 und von 1982 bis 2000 Erster Vizepräsident des Landtages Nordrhein-Westfalen. Nach 45 Jahren ununterbrochener Zugehörigkeit schied Klose nach Ablauf der Legislaturperiode 2005 auf eigenem Wunsch als Abgeordneter aus dem Landtag aus. Seit 2004 ist er Erster Stellvertretender Landrat im Rhein-Kreis Neuss.

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