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Rettungsablauf bei Unglück am Reuschenberger See

drei Personen

Im Rahmen einer Pressekonferenz im Kreishaus Neuss nahmen für die am Rettungseinsatz in Reuschenberg beteiligten Organisationen abschließend Stellung (v.l.n.r.): Stadtbrandmeister Peter Schöpkens, Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Kreisleitstellenleiter Thomas Dilbens

Sicherheit |

Nach dem Unglücksfall am 4. Februar, bei dem drei Kinder auf der dünnen Eisdecke des Reuschenberger Sees eingebrochen waren, sind zum Teil Vorwürfe über den Rettungsablauf laut geworden. Nach eingehender Prüfung gaben die beteiligten Organisationen jetzt eine abschließende Stellungnahme.

Ergebnis: Rettungskräfte und Kreisleitstelle haben keine Fehler gemacht.

"Ich kann sagen, dass ich mit dem Einsatz sehr zufrieden bin. Innerhalb von 29 Minuten nach dem ersten Anruf in der Kreisleitstelle war auch das letzte Kind geborgen. Schneller geht es nicht", so Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. Er machte aber auch deutlich, dass an erster Stelle das Mitgefühl für den noch immer in der Düsseldorfer Uni-Klinik liegenden neunjährigen Jungen und seine Familie stehe.

Auch aus Sicht der Neusser Feuerwehr ist der Einsatz "sehr gut gelaufen". Das bestätigte Stadtbrandmeister Peter Schöpkens: "Die Kreisleistelle hat völlig korrekt gearbeitet." Wie Schöpkens berichtet, habe der Einsatz des Rettungshubschraubers aus Duisburg den entscheidenden Erfolg gebracht. "Wäre der Hubschrauber nicht gewesen, die Kinder wären nicht zu retten gewesen." Die ebenfalls angeforderten Taucher vor Ort seien erst gar nicht zum Einsatz gekommen.

Die Überprüfung der Einsatzprotokolle hat ergeben, dass die Alarmkette reibungslos funktioniert hat. Vorwürfe in Richtung der Kreisleitstelle, warum die ehrenamtlichen Kräfte der 300 Meter vom Unglücksort stationierten DRK Wasserwacht nicht alarmiert worden seien, haben sich als haltlos erwiesen. Denn die hatten sich nur eine Minute nachdem der Notruf eingegangen war, selbst bei der Leitstelle gemeldet und über Funk erklärt, sie seien zum Einsatzort unterwegs.

Ungeachtet dessen sieht die Alarm- und Ausrückeordnung der städtischen Feuerwehr, an die die Kreisleitstelle gebunden ist, vor, dass die ständig und sofort einsatzbereiten hauptberuflichen Kräfte - wie in diesem Fall der Rettungshubschrauber oder die Taucherstaffel Düsseldorf - alarmiert werden und nicht ehrenamtliche Kräfte, die erst vom Arbeitspatz oder Wohnort aus mobilisiert werden müssen und deren Einsatzstärke nicht verlässlich einplanbar ist. "Das erwarten wir sogar von der Kreisleitstelle", betonte Stadtbrandmeister Schöpkens.

DRK Wasserwacht und DLRG zum Beispiel werden je nach Bedarf nachalarmiert. Dazu DRK-Vorsitzender Peter Söhngen: "Der Einsatz am Reuschenberger See ist auch aus Sicht des DRK korrekt abgelaufen. Selbstverständlich möchten aber auch ehrenamtliche Kräfte zum Einsatz kommen."

Im Zusammenhang mit dem Unglücksfall hatte auch die Kriminalpolizei Ermittlungen aufgenommen. Zum Ergebnis der eng mit der Staatsanwaltschaft Düsseldorf abgestimmten Ermittlungen hatten Staatsanwaltschaft und Kreispolizeibehörde Neuss bereits zuvor erklärt: "Es gibt keine Anhaltspunkte für ein Fehlverhalten der am Einsatz beteiligten Organisationen."

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