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Rettungseinsatz am Reuschenberger See: Landrat tritt falscher Darstellung in Medienberichten entgegen

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Landrat Hans-Jürgen Petrauschke

Sicherheit |

Nach dem Unglücksfall am 4. Februar, bei dem drei Kinder auf der dünnen Eisdecke des Reuschenberger Sees eingebrochen waren, hatten eingehende Prüfungen des Rettungsablaufs durch die Kriminalpolizei und die beteiligten Organisationen ergeben, dass Rettungskräfte und Kreisleitstelle keine Fehler gemacht haben. Im Gegenteil, der Einsatz ist sogar sehr gut gelaufen: Das konnte bei Offenlegung der Einsatzprotokolle im Rahmen eines Pressegesprächs aller Beteiligten im Kreishaus Neuss eindeutig nachgewiesen werden.

Dennoch wurde in einigen Medien in einer die offen liegenden Fakten ignorierenden Weise über den Rettungseinsatz berichtet. So fand zum Beispiel die Tatsache teils keine Beachtung, dass innerhalb von 29 Minuten nach dem ersten Anruf in der Kreisleitstelle auch das letzte der drei Kinder geborgen war. Schneller geht es bei solch einem Spezial-Einsatz nicht.

In einem Bericht wird sogar behauptet, es sei - "tragisch" gewesen, dass die ehrenamtlichen Kräfte der 300 Meter vom Unglücksort stationierten DRK Wasserwacht "erst sehr spät in das Geschehen einbezogen" worden seien. Das ist in zweifacher Hinsicht falsch: Erstens hatten sich Kräfte der DRK Wasserwacht nur eine Minute, nachdem der Notruf eingegangen war, selbst bei der Leitstelle gemeldet und über Funk erklärt, sie seien zum Einsatzort unterwegs. Zweitens sind sie überhaupt nicht zum Einsatz gekommen, ebenso wenig wie die hauptamtlichen Taucher der Berufsfeuerwehr Düsseldorf. Denn den entscheidenden Rettungserfolg hatten der Einsatz des Rettungshubschraubers aus Duisburg und das vorbildliche Handeln der Neusser Feuerwehrkräfte gebracht.

Im Zusammenhang mit den Alarmierungsregeln wird unter anderem unterstellt, der Landrat habe kein Interesse daran, dass die Ehrenamtler zum Einsatz kommen. Fakt ist, dass die Alarm- und Ausrückeordnung der städtischen Feuerwehr, an die die Kreisleitstelle gebunden ist, alternativlos vorsieht, dass bei Taucheinsätzen die ständig und sofort einsatzbereiten Kräfte der Berufsfeuerwehr Düsseldorf alarmiert werden - und nicht ehrenamtliche Kräfte, die erst vom Arbeitspatz oder Wohnort aus mobilisiert werden müssen, was einfach Zeit kostet. DRK Wasserwacht und DLRG zum Beispiel werden je nach Bedarf nachalarmiert.

Die Mitwirkung von ehrenamtlichen Hilfsorganisationen ist gesetzlich klar geregelt. Wer den Einsatz der hauptamtlichen Taucher der Berufsfeuerwehr Düsseldorf kritisiert, verkennt die Tatsache, dass keine private Hilfsorganisation eine Garantie dafür geben kann, dass im Alarmfall immer genügend ehrenamtlichen Helfer ausreichend schnell verfügbar sind.

Darüber hinaus wird der Eindruck erweckt, der Landrat sei der Ansicht, dass Ehrenamtler im Prinzip nicht gebraucht würden. Das entspricht in keinster Weise der persönlichen Auffassung des Landrates oder der des Rhein-Kreises Neuss. Vielmehr setzt der Rhein-Kreis Neuss als Träger des Rettungsdienstes und von Rettungswachen und als zuständige Behörde für den Katastrophenschutz seit Jahrzehnten gemeinsam mit den Städten und Gemeinden auf die Zusammenarbeit mit den freiwilligen Kräften im Kreisgebiet. Sie stehen für vorbildliches ehrenamtliches Engagement. Uneigennützig und kostenlos stellen sie sich zur Verfügung, opfern ihre Freizeit und nehmen große Gefahren in Kauf. Ihr kompetentes Eingreifen hat schon Unzählige gerettet und viele Gefahren gebannt. Ob bei Unglücksfällen oder Naturkatastrophen wie zuletzt beim Sturm-Tief Xynthia, unsere Einsatzkräfte sind vor Ort, um zu helfen - hauptamtliche und ehrenamtliche.

"Ohne die Vielzahl der ehrenamtlichen Einsatzkräfte in Feuerschutz, Rettungswesen und Katastrophenschutz, die sich täglich in den Dienst der Allgemeinheit stellen - oft unter Einsatz des eigenen Lebens -, wären wir nicht in der Lage, unsere Aufgaben in der Gefahrenabwehr erfolgreich zu erfüllen" - zu diesen Worten steht der Landrat nach wie vor.

Der Einsatz am Reuschenberger See ist übrigens auch aus Sicht des DRK Kreisverbands Neuss korrekt abgelaufen. Das hat DRK-Vorsitzender Peter Söhngen ausdrücklich bestätigt.

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