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Autobahnanschluss Delrath: Landrat: "Kreis gibt Vorhaben nicht auf"

Straßenverkehr |

Mit deutlichen Worten widersprach Landrat Hans-Jürgen Petrauschke gestern (9.12.) im Kreistag den Nachrichten vom Aus für den geplanten Autobahnanschluss Delrath. Hintergrund ist eine Beratungsunterlage für den nächsten Nahverkehrs- und Straßenbauausschuss. Darin wird deutlich, dass das Unternehmen GHC keinerlei Bereitschaft mehr zeige, an der Erstellung eines sicherheitstechnischen Gutachtens "im notwendigen Mindestumfang mitzuwirken und die erforderlichen Kooperationsanforderungen zu erfüllen". Die Firma in angrenzender Nachbarschaft der geplanten Anschlussstelle arbeitet mit toxischen Gasen. Aufgrund des wechselseitigen Gefährdungspotenzials sind gutachtliche Expertisen erforderlich. Seit 2008 ruht deshalb das Planfeststellungsverfahren beim Landesbetrieb NRW.

"Seit Jahren arbeiten wir im Schulterschluss intensiv mit den Städten Dormagen und Neuss an diesem wichtigen Bauprojekt. Wir sind keineswegs der Auffassung, dass dieses Vorhaben tot ist. Richtig ist, dass der Ausgang des Verfahrens weiterhin offen ist", sagte Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, der darauf hinwies, dass im Haushaltsplan  des Kreises weiterhin auch die erforderlichen Finanzmittel für die Anschlussstelle ausgewiesen seien. Man habe intensiv und offen nach Lösungswegen gesucht und auch Alternativen wie die Raststätte Nievenheim längst geprüft. Energisch trat er damit anderslautenden Behauptungen entgegen.

Dass viele Bürger und Unternehmen ihre Hoffnung in diesen Autobahnanschluss setzen, der für die dringend erforderlichen Verkehrsentlastungen im Neusser Süden und im angrenzenden nördlichen Stadtgebiet von Dormagen sorgen soll, machte auch Dr. Gert Ammermann für die CDU deutlich. Deshalb wolle man an dem wichtigen Straßenbauprojekt festhalten. Dem pflichtete der SPD-Verkehrsexperte und Vorsitzende des Nahverkehrs- und Straßenbauausschusses, Horst Fischer, bei: "Wir haben in jeder Ausschusssitzung das Thema behandelt. Die Vorwürfe sind unpassend. Die Verwaltung hat sehr gut gearbeitet." Parteikollege Harald Höller kritisierte deutlich das Verhalten der Firma GHC, die sich weigert, einen Gutachter auf das Firmengelände zu lassen: "Hier ist zu prüfen, wie weit privat vor Staat gehen darf."

Am 15. Dezember wird sich der Nahverkehrs- und Straßenbauausschuss des Rhein-Kreises Neuss erneut mit dem Autobahnanschluss Delrath befassen.

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