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Dieter Patt offiziell verabschiedet

zwei Personen lächeln sich an, dahinter applaudierende Menge

Landrat a.D. Dieter Patt und Landrat Hans-Jürgen Petrauschke

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Vom Lehrling zum Landrat, oberster politischer Repräsentant, Chef der Kreispolizeibehörde, Buchautor, Gast-Professor an der Universität New Mexico, Rock ‚n’ Roll-Musiker mit Platten und Fernsehauftritten, Anatol-Schüler und international ausgezeichneter Künstler – mit normalen Maßstäben lässt sich der Werdegang von Dieter Patt, dem dienstältesten hauptamtlichen Landrat in Nordrhein-Westfalen, schwer beschreiben.

Nach rund 50 Jahren im öffentlichen Dienst, davon über 13 Jahre als Landrat an der Spitze des Rhein-Kreises Neuss, wurde Dieter Patt jetzt im Kreissitzungssaal im Kreishaus Grevenbroich offiziell verabschiedet. 250 Gäste aus Politik und Verwaltung, Wirtschaft, Kirche, Kultur, Sport und Medien waren gekommen, um ihm die Ehre zu erweisen. Per Video-Botschaft haben unter anderen EU-Parlamentspräsident Jerzy Buzek, Weltstar Shakira, Tennis-Legende Boris Becker und Fernseh-Koch Horst Lichter ihre Grüße übermittelt. Überraschungsgast der Feierstunde war Kabarettist Konrad Beikircher, der neben NRW-Minister Lutz Lienenkämper und Landrat Hans-Jürgen Petrauschke zu den Festrednern gehörte.

Musik vom Feinsten boten die frisch gekürten Echo-Klassik-Preisträger 2009 Anette Maiburg (Querflöte) und Joaquin Clerch (Gitarre).

In einer sehr persönlich gehaltenen Rede sprach der neue Landrat Hans-Jürgen Petrauschke über seinen ehemaligen Chef. "Ich bin persönlich sehr dankbar für die gemeinsame Zeit mit Ihnen, immerhin über 24 Jahre. Unsere individuellen Möglichkeiten zusammen machten uns stark (…). Lieber Herr Patt, Sie werden uns, sie werden mir fehlen." Viele Projekte und Initiativen des Rhein-Kreises Neuss seien mit seinem Namen eng verbunden. Patt habe nicht nur gute Ideen gehabt, sondern diese auch umzusetzen gewusst, machte Petrauschke deutlich. Von dessen Lebensmotto "Net kalle – donn!" hätten nicht nur der Rhein-Kreis Neuss, sondern auch die Region profitiert. Auch NRW-Minister Lutz Lienenkämper, der Dank und Anerkennung auch von Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers überbrachte, würdigte in seiner Rede Dieter Patt als zielstrebigen und ausdauernden Politiker, der es verstanden habe, Weltoffenheit und Heimatgefühl gleichermaßen zu verbinden. "Ich kenne kaum jemanden, der seinen Platz so ganz ausgefüllt hat wie Dieter Patt seinen Posten als Landrat des Rhein-Kreises Neuss", sagte Lienenkämper.

Überraschungsgast Konrad Beikircher zeichnete in bester kabarettistischer Art den möglichen Werdegang Dieter Patts als Oberinspektor, Rock-Gitarrist, Künstler oder Sportler nach. Beikircher ein langjähriger Freund Dieter Patts, lobte den "Universal-Künstler Dieter Patt" als rheinisches Gesamtkunstwerk. Sichtlich bewegt von seinen Vorrednern stand schließlich Dieter Patt selbst am Mikrofon: "Und so verabschiede ich mich aus diesem Amt, völlig freiwillig und ohne Blick zurück in Zorn oder Verbitterung oder mit Enttäuschung oder mit Rechtfertigung. Vielmehr bin ich von großem Dank erfüllt dafür, dass mir mein Weg ermöglicht worden ist." Patt dankte vor allem seinem langjährigen allgemeinen Vertreter, Hans-Jürgen Petrauschke für die langjährige gute Zusammenarbeit.

Nach seiner Rede erhoben sich spontan die 300 Gäste von ihren Stühlen und huldigten das Lebenswerk von Dieter Patt mit lang anhaltendem Applaus.

Mit 16 Jahren begann Dieter Patt am 1. April 1960 als Auszubildender im Neusser Rathaus seine Verwaltungslaufbahn. Mit 34 war er Leiter des Schulverwaltungsamtes bei der Stadt Neuss. Am 1. Mai 1985 wechselte er zum Kreis Neuss, wo er das Dezernat für Schulen, Kultur, Sport, Jugend und Öffentlichkeitsarbeit übernahm und bereits im Dezember 1987 vom Kreistag zum Kreisdirektor gewählt wurde. Am 1. Juni 1996 wählte ihn der Kreistag zum ersten hauptamtlichen Landrat nach der neuen Kreisordnung. Mit Ergebnissen weit über 50 Prozent der Wählerstimmen wurde er 1999 und 2004 ohne Stichwahlen in seinem Amt als Landrat bestätigt. Letzte Amtshandlung für Dieter Patt war am 20. Oktober die Eröffnung einer Fotoausstellung im Sportinternat in Dormagen-Knechtsteden.

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