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Ab Montag startet die Impfaktion gegen die "Schweinegrippe" im Rhein-Kreis Neuss

Arzt setzt Spritze zur Impfung

Schweinegrippe |

In der kommenden Woche beginnt flächendeckend in Nordrhein-Westfalen die Impfaktion gegen den H1N1-Grippevirus, bekannt als "Schweinegrippe", im Rhein-Kreis Neuss. "Im Kreisgesundheitsamt laufen die Fäden zusammen", betonte Landrat Hans-Jürgen Petrauschke bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des Impfkonzeptes im Neusser Kreishaus: "Wir sind auf die Impfaktion gut vorbereitet und haben zusammen mit den Apotheken und niedergelassenen Ärzten eine flächendeckende Versorgung im Kreisgebiet sichergestellt. Dafür danke ich allen Mitwirkenden." Eine Impfpflicht besteht nicht, es handelt sich um ein freiwilliges Angebot an die Bevölkerung. Insgesamt 152 niedergelassene Ärzte im Kreisgebiet haben sich bereit erklärt, die Impfungen anzubieten. Unter nachfolgendem Link ist eine Liste der Ärzte nach Städten und Gemeinden geordnet abrufbar, die ständig aktualisiert wird.

Amtsarzt Dr. Michael Dörr ging mit Blick auf die in der Öffentlichkeit kontrovers geführte Diskussion auch auf die Sicherheit und Verträglichkeit des für Nordrhein-Westfalen georderten Impfstoffes Pandemrix ein. "Der Impfstoff ist zugelassen und wurde bereits an 5.000 Probanden getestet, ohne dass nennenswerte Impfreaktionen festgestellt wurden." Grundsätzlich könne natürlich niemand gänzlich ausschließen, dass bei einer breiten Anwendung eines neuen Arzneimittels bislang unbeobachtete Nebenwirkungen auftreten, räumte der erfahrene Mediziner ein, aber erfahrungsgemäß träten solche Nebenwirkungen sehr selten auf.

Bisher zeichnet sich noch keine große Impfbereitschaft in der Kreisbevölkerung ab. Lediglich 720 Impfdosen wurden bisher abgerufen.

"Ursprünglich war geplant, dass zunächst medizinisches Personal, Beschäftigte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten einschließlich Hilfsorganisationen geimpft werden sollten. Aufgrund der bisherigen Nachfrage kann sich ab Montag aber jeder impfen lassen, der möchte", so Dörr.

Im Rhein-Kreis Neuss sind aktuell fünf Personen an der "Schweinegrippe" erkrankt, seit Ausbruch der Krankheit Anfang Juni waren es kreisweit insgesamt 182. Bundesweit sind rund 25.000 Erkrankung registriert, allein über 6.000 in Nordrhein-Westfalen. Experten gehen aber von einer großen Dunkelziffer aus. Zwei Menschen sind bisher in Deutschland an den Folgen der Infektion mit dem H1N1-Virus gestorben, weltweit waren es rund 4.100.

Die Situation könne sich aber in den nächsten Wochen bereits ändern. Experten erwarten, dass sich in den kommenden Wintermonaten deutlich mehr Menschen mit dem "Schweinegrippevirus" infizieren, in einigen europäischen Ländern wie Belgien, Irland, Malta, Spanien und Großbritannien sei bereits eine für die Jahreszeit atypische Zunahme von Infektionen festzustellen.

Nach wie vor ist nicht auszuschließen, dass sich der Erreger verändert und gefährlicher wird, insbesondere wenn er mit dem Erreger der saisonalen Grippe zusammentrifft. Beide Erkrankungen würden zu einer deutlich höheren Zahl schwerer und schwerster Krankheitsfälle führen. Auch eine höhere Zahl von Todesfällen ist dann zu befürchten.

Die saisonale Grippe-Impfung schützt nicht vor der Infektion mit dem H1N1-Virus. Es ist möglich, sich gegen beide Krankheiten vorsorglich impfen zu lassen. Dörr rät auch zur Impfung gegen die saisonale Grippe, deren Impfstoff bereits seit längerem zur Verfügung steht. Das sei vor allen für Risikopatienten ratsam, so Dörr.

Weitere Informationen zur "Schweinegrippe" sind auch über die kostenpflichtige Hotline der Landesregierung unter der Rufnummer 0180-3100210 erhältlich.

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