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Fortschritte bei der Grundwassersanierung in Kaarst-Büttgen

Personen stehen vor einer technischen Anlage

Die Grundwasser­sanierungsanlage in Kaarst-Büttgen

Umwelt |

Bereits nach gut fünf Monaten Betrieb der Grundwassersanierungsanlage können der Rhein-Kreis Neuss und der Altlastensanierungsverband NRW (AAV) einen Erfolg bei der Sanierung des Grundwassers auf der Fläche einer ehemaligen chemischen Reinigung in Kaarst-Büttgen vermelden. Die gemessenen Grundwasserbelastungen an leichtflüchtigen Kohlenwasserstoffen (LCKW) gingen im Bereich des Schadenszentrums bereits von über 41.000 µg/l auf ca. 10.000 µg/l zurück. Dies bedeutet jedoch noch nicht, dass die Schadstoffbelastung bereits dauerhaft reduziert ist. Darüber informierten jetzt bei einem Ortstermin Kreisumweltdezernent Karsten Mankowsky und Udo Steffensen vom Kreisumweltamt gemeinsam mit AAV-Geschäftsführer Gerhard Kmoch und Manfred Meuter, Technischer Beigeordneter der Stadt Kaarst.

Die Grundwasserreinigungsanlage läuft seit Ende November 2008 in einem sogenannten pump & treat-Verfahren zuverlässig und störungsfrei. Das Prinzip der Anlage basiert auf einer zweistufigen Strippung mit einer Abluftreinigung auf Aktivkohlebasis. Dabei wird das verunreinigte Grundwasser mit einer Pumpe über einen Sanierungsbrunnen gefördert, in unterirdischen Leitungen der Grundwasserreinigungsanlage zugeführt, gereinigt und als "Reinwasser" in einer Rigole versickert. Die Reinwasserkonzentration im Ablauf der Anlage darf 5 µg/l LCKW nicht überschreiten.

Der Sanierungserfolg wird in regelmäßigen Intervallen in einem Labor analytisch kontrolliert: Dabei werden nicht nur die Grundwassermessstellen bzw. Brunnen, sondern auch die Anlage selbst ständig überprüft.

Die besonders geräuscharme Anlage läuft mit einer Förderleistung von 6 m³/Stunde und wird bei Strom- und Anlagenausfall mit einer Fernalarmfunktion überwacht.

Trotz dieses Erfolges wird weiterhin vorsorglich empfohlen, auf die Nutzung privater Gartenbrunnen zu verzichten. Betroffen sind die Grundstücke nördlich der Holzbüttger Straße mit den Grenzen Bahnstraße/Scharnhorststraße und Vom-Stein-Straße bis hin zum nördlichen Ortsrand von Büttgen.

Zum Hintergrund

Das Grundstück einer ehemaligen chemischen Reinigung liegt mitten im Ortsteil Kaarst-Büttgen. Die chemische Reinigung wurde in der Zeit von 1975-1981 betrieben. Durch den unsachgemäßen Einsatz des Reinigungsmittels Tetrachlorethen (besser bekannt als PER) ist es zu einer massiven Verunreinigung des Grundwassers gekommen. Die Kontamination kann noch in einer Grundwasserfahne bis zur rund 2 km entfernten Wassergewinnungsanlage nachgewiesen werden. Zur Sicherung der Trinkwasserqualität wurde das Wasserwerk mit einer Aktivkohleanlage ausgestattet.

Nachdem die Grundstückseigentümerin sich bereits an den Kosten bis zur Höhe des Verkehrswertes ihres Grundstückes beteiligen musste, haben der AAV und der Rhein-Kreis Neuss einen öffentlich-rechtlichen Vertrag zur Sanierung der Grundwasserverunreinigung abgeschlossen. Danach tragen der AAV 80 % und der Rhein-Kreis Neuss die übrigen 20 % der entstehenden Kosten, die auf 380.000 Euro für die Gesamtmaßnahme geschätzt werden.

Hintergrundinformation zum AAV

Der Altlastensanierungs- und Altlastenaufbereitungsverband NRW (AAV) unterstützt in Nordrhein-Westfalen Kreise, Städte und Gemeinden: Er saniert auf Antrag der Kommunen Altlastenflächen oder Grundstücke mit schädlichen Bodenveränderungen, wenn z. B. kein Verantwortlicher mehr gefunden werden kann oder wenn dieser finanziell dazu nicht in der Lage ist. Der AAV bringt dabei bis zu 80 % der finanziellen Mittel auf und übernimmt außerdem in der Regel auch das Projektmanagement. Der Vorteil ist, dass er dabei seine vielfältigen Erfahrungen in die Sanierungsmaßnahmen einbringt, die er in den Jahren seit seiner Gründung vor 20 Jahren gesammelt hat.

Hinter dem AAV stehen im Rahmen einer freiwilligen Kooperationsvereinbarung das Land Nordrhein-Westfalen, die Kommunen des Landes sowie Teile der nordrhein-westfälischen Wirtschaft. Zurzeit wendet der Verband ca. zehn Millionen Euro pro Jahr für Sanierungsmaßnahmen auf. Mögliche Rückflüsse aus Verkäufen sanierter Grundstücke werden dann sofort wieder in Projekte investiert.

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