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Kreisdirektor Hans-Jürgen Petrauschke freut sich über das gute Abschneiden des Kreises beim bundesweiten Ranking. © Rhein-Kreis Neuss | Volle Größe

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Rhein-Kreis Neuss weiter Top-Standort in Nordrhein-Westfalen

Wirtschaft |

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) hat zum zweiten Mal nach 2006 die Lebens- und Standortqualitäten aller Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland untersucht. Der Rhein-Kreis Neuss gehört mit Platz 5 in Nordrhein-Westfalen unter allen 54 Kreisen und kreisfreien Städten weiterhin zu den Top-Standorten, auch wenn er gegenüber 2006 um drei Plätze nach hinten rutschte. Spitzenreiter in Nordrhein-Westfalen ist der Kreis Olpe vor Düsseldorf. Bundesweit belegt der Rhein-Kreis Neuss nach der neuen Studie Platz 102 (2006: 69). Damit gehört er ebenfalls zu den besten Standorten aus NRW im Bundesvergleich.

In 409 Kreisen und kreisfreien Städten verglich die Initiative das Wirtschafts- und Wohlstandsniveau anhand von 39 Kriterien – von der Kaufkraft, Demografie, Arbeitskosten bis zu der Häufigkeit von Straftaten.

Laut INSM-Studie zählt der Rhein-Kreis Neuss zu den wohlhabendsten (Platz 23 im Bund, Platz 4 in NRW) und zu den produktivsten (Platz 12 im Bund und Platz 3 in NRW) Standorten in Deutschland.

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Insbesondere die vergleichsweise hohe öffentliche Verschuldung (Platz 343 im Bund, Platz 41 in NRW), die Demografie-Entwicklung (Platz 220 im Bund, Platz 41 in NRW) und die hohen Arbeitskosten (Platz 368 im Bund, Platz 51 in NRW) wirkten sich negativ auf das Gesamtabschneiden des Kreises aus.

Die Kreisverwaltung will die Studie, die gestern erst veröffentlicht wurde, gründlich auswerten. In einer ersten Stellungnahme konnte Kreisdirektor Hans-Jürgen Petrauschke dem Ergebnis postive Aspekte abgewinnen: "Seit einigen Jahren zeigen Vergleichsstudien und Rankings, dass es sich im bundesweiten Vergleich im Rhein-Kreis Neuss gut leben und arbeiten lässt. Unter den Top 5-Standorten in Nordrhein-Westfalen zu gehören, ist sicherlich kein schlechtes Ergebnis. Gleichwohl dürfen und werden wir uns auf dem Erreichten nicht ausruhen, sondern daran arbeiten, trotz Konjunkturkrise unsere führende Position in Nordrhein-Westfalen zu halten und weiter zu verbessern."

Die Ergebnisse für große Teile der 54 nordrhein-westfälischen Kreise und kreisfreien Städte fallen laut der Studie schlechter aus als noch vor drei Jahren. Die Stadt Köln verschlechtert sich gegenüber der Studie aus 2006 (in Klammern) im bundesweiten Vergleich und muss sich mit dem 224 Platz (144) zufrieden geben, in NRW mit Platz 28 (12), Leverkusen kommt bundesweit auf Platz 191 (116) und in NRW-Vergleich auf Platz 22 (7), und auch Bonn schafft es nur auf Platz 156 (137) im Bund und Platz 13 (10) im Land.

Gewinner der von Ökonomen der IW-Consult durchgeführten Studie ist wiederum der Großraum München - allen voran der Landkreis München, der Platz 1 des Regionalrankings 2009 belegt. Unter den Top 25 befinden sich allein 15 Kreise und kreisfreie Städte aus Bayern, 8 aus Baden-Württemberg und 2 aus Hessen. Der Landkreis Olpe kommt als bester Standort aus NRW erst im bundesweiten Vergleich auf Platz 44.

Kreis von Krise durchschnittlich betroffen

Zusätzlich zum Regionalranking wurde in der Studie auch eine Prognose veröffentlicht, wie stark die Kreise und kreisfreien Städte durch die aktuelle Weltwirtschaftskrise voraussichtlich betroffen sind. Die Forscher haben dazu die Wirtschaftsstruktur der jeweiligen Region untersucht und die Kreise und kreisfreien Städte in 5 Krisenrisikoklassen eingeteilt: Die Palette reicht von "sehr schwach" bis "sehr stark" von der Rezession betroffen. Dabei zeigt sich laut Studie für Nordrhein-Westfalen ein gemischtes Bild: So stufen die Wissenschaftler von 54 Kreisen und kreisfreien Städten in NRW allein 24  "sehr stark" und  "eher stark" betroffen ein; 11 Regionen, darunter der Rhein-Kreis Neuss, sind voraussichtlich nur durchschnittlich von der Krise betroffen.

"Die Krisenprognose zeigt, dass auch starke Regionen sich nicht auf Erreichtem ausruhen dürfen, sondern ihre Strukturen prüfen und weiter verbessern müssen, um im weltweiten Wettbewerb auch künftig gut bestehen zu können", sagte INSM-Geschäftsführer Max A. Höfer in einer Pressemeldung zum Ergebnis der Studie 2009.

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