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Vertrag über Grabpflege geschlossen

sieben Personen neben Grabstein

An der Grabstätte von Landrat von Bolschwing (v.l.n.r.): Baukirchmeister Dieter Heede, Presbyteriumsvorsitzende Dr. Brigitte Hintze, Helmut Lelittko, Schatzmeister Förderverein Christuskirche, Kreiskulturdezernent Tillmann Lonnes, Kreisdirektor Hans-Jürgen Petrauschke, Landrat Dieter Patt und Pfarrer Franz Dohmes.

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Auf dem ehemaligen Gräberfeld rund um die 1906 eingeweihte Christuskirche in Neuss steht ein Grabstein, der an einen für die Neusser Stadtgeschichte bedeutenden Mann erinnert: Landrat Otto Wilhelm von Bolschwing. Jetzt haben der Rhein-Kreis Neuss und die evangelische Christusgemeinde Neuss eine Vereinbarung zur Pflege und Unterhaltung der Erinnerungsstätte getroffen.

"Landrat von Bolschwings Name ist eng verbunden mit der sozialen und karitativen Fürsorge, die in Neuss und im Rheinland eine lange Tradition hat. Wir wollen die Würde seiner Grabstätte langfristig bewahren", sagte Landrat Dieter Patt bei der Vertragsunterzeichnung.

Nachdem Otto Wilhelm von Bolschwing (1774 – 1842) bereits seit dem 1. Mai 1816 – kurz nach der Gliederung des Regierungsbezirks Düsseldorf durch die preußischen Behörden – als Kommissar des Kreises Neuss amtierte, wurde er durch eine königliche Kabinettsorder vom 16. Januar 1817 als erster Landrat des Kreises Neuss bestätigt. Zum Kreisgebiet zählten seinerzeit 15 Bürgermeistereien. Es umfasste eine Fläche, die von Büderich, Kaarst und Heerdt im Norden über Neuss bis ins heutige Dormagen im Süden reichte. Auch Teile von Korschenbroich und Rommerskirchen gehörten dazu.

Zusammen mit seiner Gattin engagierte sich von Bolschwing auch auf karitativem Gebiet. So war er zum Beispiel Vorsitzender eines 1829 gebildeten "Hilfsvereins zur sittlichen und bürgerlichen Besserung von Strafgefangenen", dessen positiven Einfluss Bürgermeister Loerick in seinen Annalen beschreibt.

Außerdem zeigte Landrat von Bolschwing ein Herz für die Neuesser Schützen. 1826 setzte er sich mit Erfolg für die Bezuschussung der Schützengesellschaft mit 40 Talern aus dem Stadtsäckel von Neuss ein. Und das gegen den Protest von Bürgermeister Reuter, der es nicht für notwendig erachtete, Belustigungen dieser Art unter solch hohem Kostenaufwand stattfinden zu lassen. Wie bei Joseph Lange in seinem Buch "Bürger und Bürgerssöhne" nachzulesen ist, bewies Landrat Otto Wilhelm von Bolschwing, der königlich-preußische Rittmeister aus Ostpreußen, damals Fingerspitzengefühl und zeigte Verständnis für die Mentalität und die Bräuche der Neusser: "Er betrachtete die Bitte der Schützengesellen auf Bezuschussung ihrer Unkosten am letzten Augustwochenende nicht nur unter finanziellen, sondern auch unter ideellen Gesichtspunkten."

Der heutige Landrat Dieter Patt: "Es gibt gute Gründe, das Andenken an Landrat von Bolschwing zu bewahren."

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