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Jahresbericht des Kreisgesundheitsamts

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Dr. Michael Dörr

Gesundheit |

In Nordrhein-Westfalen treten zurzeit in einigen Städten und Kreisen vermehrt Masern-Erkrankungen auf. Wie das Kreisgesundheitsamt informiert, ist der Rhein-Kreis Neuss davon nicht betroffen. "Glücklicherweise wurde uns in diesem Jahr bislang nur ein einziger Verdacht auf Masern gemeldet," so Dr. Michael Dörr, Leiter des Kreisgesundheitsamts. "Im vergangenen Jahr bestätigte sich im Kreisgebiet letztlich bei nur einem Kind der Verdacht auf diese hoch ansteckende Virusinfektion". Das geht auf dem Jahresbericht 2008 des Kreisgesundheitsamts über meldepflichtige Infektionskrankheiten hervor. Insgesamt wurden 3.122 Fälle von meldepflichtigen Infektionskrankheiten im Kreisgebiet registriert.

Grundlage der Meldepflicht ist das Infektionsschutzgesetz. Es regelt bei bestimmten ansteckenden Krankheiten wie Masern, Hepatitis und Tuberkulose sowie bei Infektionen mit beispielsweise Salmonellen oder Noroviren, dass Infektionsverdacht, Erregernachweis, Erkrankung oder Tod dem Gesundheitsamt zu melden sind. Verpflichtet dazu sind Ärzte, Krankenhäuser, Untersuchungslabore und Gemeinschaftseinrichtungen. Das Gesundheitsamt wertet die Meldungen täglich aus und sorgt für die Umsetzung spezieller Hygienemaßnahmen. Außerdem werden bei besonderen Infektionsgeschehen die niedergelassenen Ärzte informiert, damit Behandlungen oder Impfungen kurzfristig eingeleitet werden können.

Die Gesamtzahl der meldepflichtigen Infektionsfälle im Kreisgebiet ist zwar im Vergleich zum Jahr 2007 dem bundesweiten Trend entsprechend leicht rückläufig, bleibt jedoch auf hohem Niveau. Mit 1.778 Erkrankungsfällen im Rhein-Kreis Neuss sind wie im Vorjahr die Noroviren Hauptauslöser für die festgestellten meldepflichtigen Infektionen. Dieses Ergebnis lässt sich landes- und bundesweit übertragen. Die Mehrzahl der Norovirus-Erkrankungen wurde aus Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen gemeldet. Außerdem traten die durch Noroviren bedingten Magen- und Darminfektionen in Kindertagestätten gehäuft auf. Die Fallzahl bewegte sich insgesamt auf dem zu erwartenden Niveau. Noroviren und andere Erreger von Brech- und Durchfallerkrankungen wie Salmonellen, Campylobacter und Rotaviren verursachten insgesamt 94 Prozent der gemeldeten Fälle von Infektionskrankheiten. Dabei sind die durch Salmonellen verursachten, lebensmittelbedingten Magen-Darm-Erkrankungen wie in den vergangenen Jahren weiter rückläufig.

Der Jahresbericht 2008 des Kreisgesundheitsamts zu meldepflichtigen Infektionskrankheiten mit weiterführenden Auswertungen und Statistiken ist unter nachfolgendem Link abrufbar.

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