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Wissenschaftlicher Geflügelhof in Rommerskirchen-Sinsteden

3 Personen in einem Büro

Treffen im Neusser Kreishaus

Tiere |

Seit seiner Eröffnung im April 2004 ist der Wissenschaftliche Geflügelhof des Bundes Deutscher Rassegeflügelzüchter (BDRG) in Rommerskirchen-Sinsteden eine Einrichtung der Grundlagenforschung zur Biologie des Rassegeflügels. Wie die Leiterin der auch als Bruno-Dürigen-Institut bezeichneten Forschungsstätte, Dr. Inga Tiemann, Landrat Dieter Patt bei einem Besuch im Kreishaus Neuss berichtete, konnten die wissenschaftlichen Kontakte des Geflügelhofs bis nach Kanada ausgeweitet werden.

So wurde Tiemann von Dr. Debbie Kelly von der Universität von Saskatchewan begleitet. Die Beziehungen zu der in der größten Stadt der kanadischen Provinz Saskatchewan, in Saskatoon, gelegenen Hochschule werden jetzt durch gemeinsame Forschungsarbeiten zum Verhalten von Haustauben und Hühnern weiter etabliert. Der Besuch von Kelly im Rhein-Kreis Neuss diente der entsprechenden Forschungsplanung. Unter anderem wird es Forschungsprojekte zur Wahrnehmung und zum Orientierungsverhalten von Hausgeflügel geben. Junge Wissenschaftler der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und aus Kanada werden sie gemeinsam im Bruno-Dürigen-Institut durchführen. Außerdem startet noch im März die erste deutsche Studentin nach Kanada, um dort wiederum Teile der Projekte vor Ort zu betreuen.

"Die internationale Kooperation zeigt, dass im Bruno-Dürigen-Institut zukunftsweisend gearbeitet wird und weitertragende Ideen entwickelt werden", betonte Landrat Patt bei dem Treffen im Kreishaus. Den eingeschlagenen Weg in Richtung eines Kompetenzzentrums für Landwirtschaft und Verbraucherschutz gelte es, auch unter internationalen Vorzeichen weiterzugehen.

Der Kreis hatte seinerzeit für die Errichtung des Wissenschaftlichen Geflügelhofs das Gelände in der Nachbarschaft des Kreislandwirtschaftsmuseums zur Verfügung gestellt und damit die Einrichtung auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Kreises ist in die Forschung rund um das Hausgeflügel eingebunden. Landrat Patt: "Nicht zuletzt durch die guten Kontakte des Geflügelhofes auf nationaler und internationaler Ebene, z.B. zum europäischen Dachverband der Rassegeflügelzüchter, erhalten wir wichtige Erkenntnisse sowohl für die Seuchenprophylaxe als auch für den Tierschutz."

Der Wissenschaftliche Geflügelhof bietet Forschern aus dem In- und Ausland Arbeitsmöglichkeiten. Der Rassenvielfalt wird dabei besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Der vom Aussterben bedrohte Bergische Kräher wird ebenso erforscht und nachgezogen wie das Holländer Haubenhuhn. Aber auch unter den Haustauben gibt es eine Fülle verschiedener Rassen, vom Rheinischen Ringschläger bis zur Perückentaube. Diese Vielfalt ist für Biologen, Verhaltensforscher und Agrarwissenschaftler von besonderem Interesse.

Im vergangenen Jahr wurde das Bruno-Dürigen-Institut für seine Forschungsleistung im Bereich der biologischen Grundlagenforschung und seinen wissenschaftlich begründeten Tierschutz als "Ausgewählter Ort im Land der Ideen" ausgezeichnet. Die Initiative "Deutschland - Land der Ideen" wird getragen von der Bundesregierung und der Wirtschaft - Schirmherr ist Bundespräsident Horst Köhler.

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