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Neujahrspressekonferenz des Rhein-Kreises Neuss

3 Personen vor einem großen Gemälde

Neujahrs­presse­konferenz des Kreises in Sinsteden

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Der Rhein-Kreis Neuss zählt zu den wirtschaftlich erfolgreichsten Standorten Deutschlands. Das wird nach Einschätzung von Landrat Dieter Patt auch 2009 so bleiben. In seiner Neujahrs-Pressekonferenz, die im Kreiskulturzentrum in Rommerskirchen-Sinsteden stattfand, zog er gemeinsam mit Kreisdirektor Hans-Jürgen Petrauschke für den Rhein-Kreis Neuss eine positive Bilanz 2008: niedrige Arbeitslosenquote, Schulden gesenkt, Kompetenz und Innovationskraft bestätigt.

"Das Jahr 2009 fängt nicht ohne Sorgen an, insgesamt ist der Rhein-Kreis Neuss aber gut aufgestellt", so der Landrat. Vorrangiges Ziel für 2009 sei weiterhin die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit als beste Sozial- und Familienpolitik. Mit der vom Kreis und der Arbeitsagentur gegründeten ARGE, die in Zusammenarbeit mit dem kreiseigenen Technologiezentrum 7 000 Menschen Arbeit vermitteln konnte, könne man beachtliche Erfolge aufweisen, unterstrich auch Kreisdirektor Petrauschke. Mit 6,3 Prozent sei die Arbeitslosenquote Ende Dezember die niedrigste im Kreisgebiet seit vielen Jahren. Außerdem konnte Petrauschke berichten, dass der Kreis weiter erfolgreich den Weg der Entschuldung geht: lag der Schuldenstand 1999 noch bei 131 Millionen Euro, war er Ende 2008 bereits auf 88,2 gesunken. Zielvorgabe bis zum Ende dieses Jahres ist ein Abbau auf 83 Millionen Euro.

Mit Blick auf die Gefahr einer Schließung der Aluminiumhütte Rheinwerk in Neuss nutzte Landrat Patt die Gelegenheit, erneut wirtschaftlich vertretbare Konditionen für die gesamte Alu-Industrie im Kreis zu fordern. Patt, der auch im Aufsichtsrat von RWE Power sitzt, hatte sich dazu bereits an RWE-Vorstandschef Dr. Jürgen Großmann gewandt. Als international bedeutender Standort für die Aluminiumverarbeitung mit rund 5 000 Arbeitsplätzen würden für den Rhein-Kreis Neuss tragfähige Lösungen angestrebt. So werde es bald eine Aluminiumkonferenz im Rhein-Kreis Neuss geben, bei der auch die Konzernspitze aus Norwegen vertreten sein werde. Patt: "Die Probleme sind bekannt. Energie ist dabei ein wichtiger Faktor."

Wachstumsimpulse sind das Ziel des milliardenschweren Konjunkturpakets der Bundesregierung. Noch sei zwar nicht klar, so Patt, wie viel Geld aus dem Konjunkturprogramm in den Kreis komme - "doch wir sind vorbereitet, um schnell handeln zu können". Investiert werden soll vor allem in die Bereiche Bildung und Beschäftigung. Ein Teil des Geldes soll daher auch für die Berufsbildungszentren des Rhein-Kreises Neuss verwendet werden.

"Wer schlecht ausgebildet ist, hat geringe Chancen am Arbeitsmarkt", stellte Kreisdirektor Hans-Jürgen Petrauschke die Bedeutung von Bildung und Qualifizierung heraus. Im Rhein-Kreis Neuss gebe es derzeit 15.000 Bedarfsgemeinschaften nach Hartz IV. Neben der Versorgung der 30 000 Menschen, die hinter diesem Verwaltungsbegriff stehen, bemühe sich der Kreis mit ARGE und TZG auch um die Vermittlung in Arbeit. Dazu gehöre ganz entscheidend das Thema Qualifizierung, weshalb der Kreis weiter in die berufliche Bildung investiere und auch den Hochschulstandort stärke, zum Beispiel durch seine Unterstützung bei der Erweiterung des Studienangebots der Fachhochschule für Oekonomie und Management (FOM).

Zur Entwicklung der Landwirtschaft als wichtigen Standortfaktor für den Rhein-Kreis Neuss erklärte Landrat Patt: "Da steckt noch mehr drin." Mit der Lage zwischen Köln und Düsseldorf und der guten Infrastruktur im Kreis verfüge die heimische Landwirtschaft über einen wichtigen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz in den Niederlanden: "Wir sind näher am Kunden dran." Nicht ohne Grund engagiere sich der Rhein-Kreis im niederrheinischen Projekt "Agrobusiness" oder - im Rahmen seines Lokalen Energiepakts - für großflächigen Unterglasanbau. Der biete nicht nur Chancen für die Landwirte, sondern auch Chancen zur Entwicklung innovativer Verfahren zum Abbau von klimaschädlichem CO².

Landwirtschaft, das stehe in Sinsteden, so Patt, auch für Wissenschaft und Forschung. Der dort angesiedelte wissenschaftliche Geflügelhof stoße immer mehr auch auf internationales Interesse. Neben der Heine-Universität Düsseldorf wollen sich dort künftig auch die Ruhr-Universität Bochum und eine kanadische Hochschule engagieren. Die Weichen seien gestellt für eine Anerkennung der Einrichtung als Institution von europäischem Rang.

Die Ruhr-Uni ist auch beim Stichwort Skulpturen-Hallen Ulrich Rückriem im Boot. Neben dem Landwirtschaftsmuseum ist im Kreiskulturzentrum die große Sammlung von Steinskulpturen des Bildhauers untergebracht. Wissenschaftler und Studenten der Bochumer Uni werden jetzt das Lebenswerk des Künstlers aufarbeiten. Auch mit Case, dem Landmaschinen-Hersteller, der früher in Neuss produzierte und dessen Traktoren in großer Zahl im Kreislandwirtschaftsmuseum ausgestellt sind, ist Patt im Gespräch, um die Kreiseinrichtung noch enger mit der Firmengeschichte zu verknüpfen. "Vielleicht ist hier aber noch mehr drin", so Patt.

Bei ihrem Ausblick auf das neue Jahr ließen Patt und Petrauschke keinen Zweifel daran, dass der Kreis mit seinem unternehmerfreundlichen Klima auch weiterhin ein starker und zuverlässiger Partner für Unternehmen, Handel und Wirtschaft bleiben wird. Ansiedlungen wie Fiege oder Polo zeigten, dass der Rhein-Kreis Neuss für Investoren attraktiv sei. Patt: "Diese Politik wollen wir gemeinsam mit unseren acht kreisangehörigen Städten und Gemeinden fortsetzen." Zum Aspekt der Mittestandsfreundlichkeit konnte Patt darauf verweisen, dass die Gütegemeinschaft für Mittelstandsorientierung unter seinem Vorsitz und mit der Geschäftsführung beim Rhein-Kreis Neuss im Wettbewerb der Initiative "Deutschland - Land der Ideen" ausgewählt und ausgezeichnet worden ist.

"Handeln" ist das Motto des Rhein-Kreises Neuss auch für das kritische Jahr 2009, so das Resümee in Sinsteden. Landrat Patt: "Über allem steht die Überschrift: Beschäftigung, Familie und Heimat."

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