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Kreis probte den Ernstfall: Ausbruch der Maul- und Klauenseuche

Lagebesprechung am Konferenztisch

Verbraucherschutz |

In welche Krisensituationen Tierseuchenausbrüche die heimische Landwirtschaft, aber auch eine ganze Region bringen können, ließ sich in den vergangenen Jahren wiederholt erahnen: die Vogelgrippe wird begleitet von Auflagen für die Landwirtschaft, die Schweinepest von massiven Tiertötungen und die Blauzungenkrankheit beeinträchtigt auch heute noch Tiertransporte in Nordrhein-Westfalen. Im Rahmen von regelmäßigen Übungen probt der Rhein-Kreis Neuss die Abwehr von Großschadensereignissen, zu denen auch der Ausbruch von Tierseuchen gehört.

Die Sicherheit für die Bevölkerung ständig zu verbessern, ist eine staatliche Aufgabe ersten Ranges, die der Rhein-Kreis Neuss sehr ernst nimmt,  wie Kreisdirektor Hans-Jürgen Petrauschke betont: "Wir haben in den vergangenen Jahren erhebliche Anstrengungen auf dem Gebiet der Gefahrenabwehr unternommen und verschiedene Abwehrpläne zum Schutz der Bevölkerung erarbeitet. Mit hohen Investitionen in Ausstattung, Technik und Personal sind wir auf mögliche Katastrophenszenarien gut vorbereitet." Allein in die Modernisierung und Erweiterung der Kreisleitstelle in Neuss investiert der Kreis rund vier Millionen Euro.

Zehn Meter unter der Erde, im geschützten Tiefkeller des Verwaltungshochhauses auf der Lindenstraße, hat der Rhein-Kreis Neuss dauerhaft sein Krisenzentrum mit moderner Technik eingerichtet. Von dort aus probte jüngst der Krisenstab unter der Leitung von Kreisordnungsamtsleiter Hans-Joachim Klein mit Vertretern von Feuerwehr, Bundeswehr und der Gemeinde Jüchen die Abwehrmaßnahmen gegen die Ausbreitung der Maul- und Klauenseuche (MKS) im Kreisgebiet, eine der wirtschaftlich bedeutendsten Tierseuchen der Welt.

"Für die Mitarbeiter des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes ging es darum, den Ernstfall durchzuproben: Abklären mehrerer MKS-Verdachtsfälle in Jüchen, Aktivierung des Krisenzentrums, simulierte Entnahme von Blutproben kranker Tiere sowie die Einrichtung von Sperrgebieten in Zusammenarbeit mit den Ordnungsamt der Gemeinde Jüchen", sagte Kreisveterinäramtsleiter Dr. Gerhard Fischer. Trotz Übungscharakter kamen die rund 40 Übungsteilnehmer ins Schwitzen, da auch unter realistischen Bedingungen Presse- und Schreibtischarbeit, sowie die Einrichtung einer Bürger-Hotline erfolgen musste.

Hans-Joachim Klein war mit dem Verlauf der Übung sehr zufrieden: "Die Koordination der Abwehrmaßnahmen hat funktioniert. Schwachstellen in der Kommunikation werden wir noch aufarbeiten. Wichtig ist, dass wir durch solche Übungen ständig unsere Abwehrpläne überprüfen und anpassen, um für einen echten Krisenfall gewappnet zu sein." Darüber hinaus böten regelmäßige Krisenübungen auch eine gute Möglichkeit, dass sich die Beteiligten von Kreis, Städten und Gemeinden, Feuerwehr, Polizei, Rettungs- und Hilfsorganisationen besser kennenlernen.

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