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Vermählung auf Schloss Dyck - Rheingold und die Sammlung Speck

Georg Herold, Mountains of Cocaine (Prototyp I), 1990

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In über vier Jahrzehnten hat der Kölner Professor Dr. Reiner Speck eine international renommierte Sammlung zeitgenössischer Kunst zusammengetragen.

Ein großer Teil dieser Kollektion konnte im vergangenen Jahr als zusammenhängende Werkgruppe von der Familie Viehof erworben werden und wird von nun an über die Sammlung Rheingold der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Diesen Akt der Zusammenführung vergleicht Professor Reiner Speck mit einer Heirat und entsprechend wird zur „Vermählung auf Schloss Dyck“ geladen. „Geleitet von Vernunft und Tradition ist es gelungen, etwas Großes zu erhalten“, so Professor Reiner Speck. Er sieht seine ehemalige Kollektion in der Sammlung Rheingold gut aufgehoben, umso mehr, als dass sie im Rheinland verbleibt und eine sich über Jahre erstreckende Präsenz in Schloss Dyck vorgesehen ist. Die Sammlung Speck entstand aus dem Geist einer fruchtbaren Symbiose zwischen Büchern und Bildern.

Der Kurator Kay Heymer ist mit den Beständen der Sammlung Speck bestens vertraut und gilt als Kenner der zeitgenössischen Kunstszene. Bereits in früheren Jahren hat er die Sammlung mit musealen Inszenierungen begleitet.

Die Ausstellung in Schloss Dyck zeigt Werke von zwölf Künstlern: Carl Andre, Joseph Beuys, Dan Flavin, Günther Förg, Georg Herold, Martin Kippenberger, Jannis Kounellis, Mario Merz, Raymond Pettibon, Tobias Rehberger, Sigmar Polke und Rosemarie Trockel. Diese Auswahl verdeutlicht die Bandbreite der Sammlung, die aus Werken besteht, deren historische Positionierung sich erst allmählich vollzog und die heute als klassische Avantgarde bezeichnet werden kann.

Gut 90 Exponate umfasst diese Präsentation, von denen zahlreiche Werke einen engen Bezug zur Sprache haben. Die Sammlung Speck ist geradezu gekennzeichnet von einer Fülle poetischer Objekte, von Kunstwerken, deren Faszination nicht allein in ihrer Form und ihrem Material liegt, sondern in ihrer Thematik. Viele dieser Arbeiten nehmen Bezug auf grundlegende Themen des menschlichen Lebens – Geburt, Sexualität, Altern und Tod, Obsessionen und Passionen, politische und wirtschaftliche Fragen: „Venus Elipse“, „Mountains of Cocaine“, „Geld spielt keine Rolle“, „Telepathische Sitzung“ lauten einige der Werktitel. Die Kunst mit ihrer vielschichtigen Erzählstruktur und ihrer Doppelbödigkeit erweist sich als ideales Mittel, um Themen zu formulieren, die uns alle angehen.

Die Entstehung der Sammlung Speck ist geprägt vom Aufbruch der Kunst der 1960er Jahre. Die älteren Künstler der Sammlung – Joseph Beuys, Jannis Kounellis, Mario Merz, Carl Andre, Dan Flavin, Sigmar Polke – sind bedeutende Vertreter dieser Künstlergeneration, deren ausgeprägtes politisches Bewusstsein sich in einerseits schlagend plakativen und andererseits in rätselhaften Werken niederschlug. Die Polarität zwischen den Werken „Dürer, ich führe Baader und Meinhof durch die Dokumenta“ und „Mensch“ von Joseph Beuys macht das deutlich. Die Sammlung Speck stellt ein Netzwerk von subtil verknüpften Arbeiten dar, die an den Betrachter nicht allein körperliche, sondern auch geistige Herausforderungen stellt. Sehen und Denken sind hier untrennbar.

Die Kunst der 1960er Jahre definierte den Museums- und Galerieraum neu. Besonders die sparsamen Arbeiten der Minimal Art und der italienischen arte povera zeichnen sich durch eine widersprüchliche Abhängigkeit vom Ausstellungsraum als weißer Zelle aus. Ohne den sorgfältig vorbereiteten Präsentationsraum waren Werke wie die Neonröhren von Dan Flavin oder die Iglus von Mario Merz kaum sichtbar. Wenn nun Werke aus dieser Zeit in Schloss Dyck in einem Raum voll Geschichte gezeigt werden, bekommen die Werke eine ganz neue Aktualität.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Die Ausstellung im Hochschloss von Schloss Dyck läuft bis zum 30. Dezember 2009. Sie ist bis zum 31. Oktober wochentags von 14 bis 18 Uhr und an Wochenenden sowie Feiertagen von 12 bis 18 Uhr geöffnet.

Während der Winteröffnungszeiten ab November ist die Ausstellung an Wochenenden und Feiertagen von 12 bis 17 Uhr geöffnet, während der Woche jedoch geschlossen.

Der Besuch der Ausstellung ist im Parkeintritt enthalten. Erwachsene zahlen sieben Euro, ermäßigt fünf Euro Eintritt, Kinder zwischen 7 und 16 Jahren einen Euro. Für Kinder unter 7 Jahren ist der Eintritt frei.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Über Schloss Dyck

Zurückblickend auf die fast 1000-jährige Geschichte der Fürsten und Altgrafen zu Salm-Reifferscheidt-Dyck wurde 1999 die Stiftung Schloss Dyck mit dem Zweck gegründet, Schloss und Park Dyck dauerhaft zu erhalten und ein Zentrum für Gartenkunst und Landschaftskultur aufzubauen.

Kern der Anlagen von Dyck sind der bedeutende Englische Landschaftsgarten mit einer großen Pflanzensammlung und das auf vier Inseln gegründete imposante Wasserschloss. Die Parkanlage von Schloss Dyck wurde zuletzt zur Landesgartenschau 2002 auf rund 70 ha erweitert. Ergänzt wird das Angebot durch ein Ausstellungskonzept, welches mehrere Gebäude der Schlossanlage einbezieht und sich in Dauer- und Wechselausstellungen den Themen „Gartenkunst“ und „moderner Kunst“ widmet.

Veranstaltungen wie die nächtliche „Illumina“ im Park, die etablierte Oldtimerveranstaltung Classic Days, Konzertreihen, zu denen das erfolgreiche Niederrhein Musikfestival und die Dycker Schlosskonzerte gehören, die Gartenlust sowie die Schlossweihnacht machen Architektur und Schlossatmosphäre für viele Zielgruppen erlebbar. Darüber hinaus werden in Verbindung mit der Gastronomie Räume für gesellschaftliche Veranstaltungen und Tagungen angeboten.

Sammlung Rheingold

Rheingold ist der Name einer Sammlung zeitgenössischer Kunst. 2001 haben sich sechs Sammler aus dem Rheinland zusammengeschlossen, um mehrmals pro Jahr Werkgruppen verschiedener zeitgenössischer Künstler zu erwerben. Bezüglich der Neuerwerbungen wird die Sammlung von prominenten Museumsdirektoren aus dem Rheinland beraten. Die Werkgruppen werden in Absprache mit den Künstlern zusammengestellt. Rheingold bildet dabei nicht das gesamte Spektrum der zeitgenössischen Kunstszene ab, sondern setzt bewusst Schwerpunkte auf zukunftsweisende Positionen der Gegenwartskunst in den Bereichen Malerei, Fotografie, Skulptur, Installation und Videokunst. Zu den bedeutenden Vertretern innerhalb der Sammlung Rheingold gehören unter anderem Georg Baselitz, Peter Doig, Neo Rauch, Jörg Immendorf, Daniel Richter, Thomas Struth, Candida Höfer und Mark Leckey. Die Geschäftsführung der Sammlung liegt in den Händen von Helge Achenbach, Achenbach Art Consulting, Düsseldorf.

Herausgeber dieser Pressemitteilung

Stiftung Schloss Dyck
Zentrum für Gartenkunst und Landschaftskultur
41363 Jüchen
Telefon: 02182 8240
Fax: 02182 824110

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