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Helleborus-Ausstellung in Schloss Dyck: Der Lenz ist da

Blüte

Kultur |

Seit einigen Jahren sind sie Kult, die Christ- und Lenzrosen. Zunächst in England und Belgien, und jetzt zunehmend auch bei uns.

Josh Westrich und Peter Janke haben sich auf ganz unterschiedliche Weise dieser edlen Staude genähert, um nicht zu sagen, sie haben dieselbe Helleborus-Sammlung in gegensätzlichen Verfahren vermehrt: Der eine als Fotokünstler, der andere als Züchter.

In den 1990er Jahren fotografierte Josh Westrich (Jahrgang 1957), der an der Folkwangschule in Essen Kommunikations-Design studierte und als freischaffender Diplom-Designer mit eigenem Atelier in Köln arbeitet, die Helleborus-Sammlung von Helen Ballard (1909-1995). Die Engländerin Helen Ballard war in der ganzen Welt als Helleborus-Züchterin bekannt. Das Geheimnis ihrer Kreuzungen verschlüsselte sie in Zahlen, deren entsprechende Zucht-Aufzeichnungen sie im Safe verwahrte. Nach ihrem Tod erbte die Kölnerin Gisela Schmiemann die seltenen Pflanzen einschließlich der Aufzeichnungen. Sie setzte die Sammlung Mitte der 90er Jahre fort, baute die Züchtungen nach dem Vorbild Ballards aus und widmete der Britin den spektakulären Bildband 'Helen Ballard - The Hellebore Queen' mit den Fotografien von Josh Westrich. Im Frühjahr 2008 übergab Schmiemann die bedeutende Helleborus-Sammlung dem Gartenplaner Peter Janke aus Hilden. So weit die Zusammenhänge.

In Schloss Dyck zeigt Josh Westrich mit seinen großformatigen, analog fotografierten Helleborus-Porträts eine atemberaubend schöne Auswahl seines mittlerweile über 20.000 Bilder umfassenden Fotoarchivs. Mit dabei sind natürlich Exponate der Sammlung Ballard. Westrichs Charakteristikum sind Blütendetails vor weißem Hintergrund sowie überhaupt eine Affinität zur Farbe Weiß.

Aber Josh Westrich, der auf zahlreiche Publikationen in Zeitschriften, Magazinen und Buchverlagen sowie auf Einzelausstellungen im In- und Ausland zurückblicken kann, hat sich nicht nur den Lenzrosen verschrieben: Für eine Serie von Fotografien zum Thema „Chinesische und japanische Strauchpäonien“ (Strauch-Pfingstrosen) verlieh ihm die Royal Horticultural Society (RHS) 2009 in London die Grenfell Medal.

Peter Janke (Jahrgang 1970) hat die Gärtnerei seiner Familie in Hilden übernommen und um ein Planungsbüro erweitert. Er schreibt seit Jahren Kolumnen für die Tagespresse und Beiträge in Fachzeitschriften. Mit seinem jüngst erschienenen Buch „Design mit Pflanzen“ hat er ein Lehrbuch für modernes Pflanzen- und Gartendesign verfasst. In England wurde ihm die große Ehre zuteil, bei der Grande-Dame der englischen Gartenkultur, Mrs. Beth Chatto, mitwirken zu dürfen. Inspiriert durch seine Auslandserfahrungen setzte er das Gärtnern auf solch hohem Niveau auch in Deutschland um.

Jankes intensive Helleborus-Zuchtarbeit bezieht sich vor allem auf die Lenzrosen (H. x hybridus). Dabei setzt er auf die generative Vermehrung, also die Aussaat. Bei diesem Verfahren kann es im Gegensatz zur Teilung zu Abweichungen zwischen der Mutterpflanze und den Sämlingen kommen. Was gerade ihren Reiz ausmacht, da die in Form und Farbe unterschiedlichen Lenzrosen allesamt Einzelstücke sind. Und um zu sehen, was einem da blüht, empfiehlt es sich, Lenzrosen zur Blütezeit zu kaufen. Am besten direkt beim Züchter. Am besten in Schloss Dyck. Denn schließlich sind Helleboren Kult.

Ob Schnee-, Christ- oder Lenzrose oder gar Nieswurz - die Helleboren führen viele Namen, in denen sich ihre unterschiedlichen Blütezeiten und Eigenschaften widerspiegeln. Die Bezeichnung Christrose (Helleborus niger) verdankt sie ihrer Blüte zur Weihnachtszeit. Entsprechend trägt die erst ab März blühende und ursprünglich am schwarzen Meer beheimatete Helleborus orientalis den Namen Lenzrose. Auf eine andere Eigenschaft weist ihr Ruf als "Nieswurz" hin: Bestandteile der giftigen Pflanze reizen die Schleimhaut und zum Niesen.

Noch vor den ersten Schneeglöckchen setzt die heimische Christrose (Helleborus niger) mit ihren formvollendeten, langlebigen Blüten weiße Akzente im winterlichen Garten. Farbenfroher präsentiert sich das Blütenspektrum der Lenzrose: Es reicht von Weiß über Gelb zu Rosa, von Dunkelrot zu Schwarz und ist dabei leicht gerüscht, gesprenkelt oder gar gefüllt. Unsere heutigen Lenzrosen sind mittlerweile allesamt Kreuzungen (Hybriden), in der sich die unterschiedlichsten (Wild-)Arten vereinigen.

Anders als ihr spektakuläres Auftreten vermuten lässt, entpuppen sich die Blütenstars als anspruchslos und robust: An einen halbschattigen Standort und in kalkhaltigen Boden gepflanzt, werden die Helleboren bei einem geringem Pflegeaufwand von Jahr zu Jahr größer und attraktiver. Und sie brillieren auch im Sommer durch ihr dunkelgrünes Blätterkleid.

Aber nicht nur ihrer Schönheit wegen werden sie gerühmt, Helleboren können auf eine lange Karriere als Heilpflanze zurückblicken. Von Hippokrates ist überliefert, daß er sie als abführendes- und harntreibendes Mittel verabreichte. Schmeichelhafter war ihre Verwendung im Mittelalter. Als Bestandteil von Hexensalben dienten sie zur Erhaltung der ewigen Jugend. Und für Harry Potter sind zwei Tropfen Nieswurz-Sirup ein unverzichtbarer Bestandteil seines "Trunk des Friedens".

Wer noch mehr wissen möchte, dem sei am 14. Februar 2010 um 14.00 Uhr in Schloss Dyck Peter Jankes praxisorientierter Vortrag über Christ- und Lenzrosen empfohlen.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Die Fotoausstellung im Teehaus von Schloss Dyck ist vom 13. Februar bis 21. März 2010 dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Verkauf von Christ- und Lenzrosen erfolgt an den ersten beiden Wochenenden, dem 13. und 14. Februar sowie am 20. und 21. Februar 2010. Am 14. Februar 2010 um 14.00 Uhr hält Peter Janke einen Vortrag über Christ- und Lenzrosen.

Erwachsene zahlen sieben Euro, ermäßigt fünf Euro Eintritt, Kinder zwischen 7 und 16 Jahren einen Euro Parkeintritt. Für Kinder unter 7 Jahren ist der Eintritt frei. Der Besuch der Ausstellung und des Vortrags sind im Parkeintritt enthalten.

Herausgeber dieser Pressemitteilung

Stiftung Schloss Dyck
Zentrum für Gartenkunst und Landschaftskultur
41363 Jüchen
Telefon: 02182 824101
Fax: 02182 824110

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