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Mittagsverpflegung von 700 Kita-Kindern auf dem Prüfstand

Kinder an einem gedeckten Tisch. Dahinter Knien Erwachsene.

Gesundes Essen lässt sich am besten schon im Kindesalter erlernen

Jugend |

Die Schuleingangsuntersuchung des Kreisgesundheitsamtes belegen es schwarz auf weiß: mehr als jedes zehnte Kind (12%) im Rhein-Kreis Neuss ist bereits zu Beginn der Grundschule übergewichtig. Besonders betroffen sind Kinder mit Migrationshintergrund.

Das prämierte Gesundheitsprojekt "gewichtig!" des Rhein-Kreises Neuss zielt auf Vorbeugung von Übergewicht und Adipositas bei Kindern in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen. Seit Sommer 2006 beteiligen sich kreisweit 16 Kindertageseinrichtungen und zwei Grundschulen an dem Präventionsprojekt. Ehrgeiziges Ziel ist es, die Übergewichtsrate bei Kindern  in den beteiligten Einrichtungen  um 20 Prozent innerhalb von drei Jahren zu senken.

Auf dem Weg zu einer ausgewogenen Verpflegung der Kinder widmen sich die Gesundheitsexperten auch der Optimierung der Verpflegungsqualität in den Einrichtungen. Im katholischen Familienzentrum St. Pantaleon in Jüchen-Hochneukirch stellten Kreisdirektor Hans-Jürgen Petrauschke, Kreisgesundheitsdezernent Karsten Mankowsky und Friedel Geuenich von der Barmer Ersatzkasse Neuss die Ergebnisse der Untersuchung vor.

Das Essener esg-Institut für Ernährung hat im Auftrag des Kreises die Qualität die Mittagessens sowie dessen Zusammenstellung in den Einrichtungen unter die Lupe genommen. Das Ergebnis zeigte einige Optimierungsmöglichkeiten auf. Mehr als die Hälfte der untersuchten Wochenspeisepläne hatten beispielsweise öfter als dreimal Fleischgerichte im Angebot. Nach den Vorgaben der "Bremer Checkliste", die auf Empfehlungen des Forschungsinstituts für Kinderernährung in Dortmund basiert, ist das zuviel. Danach sollten Fleischgerichte maximal zweimal auf dem Wochenspeiseplan stehen.

"Präventionsarbeit ist wichtig für unsere Gesundheit und muss schon in der Kindheit anfangen, damit Folgeerkrankungen von Übergewicht wie beispielsweise Diabetes, Gelenk- und Herzkreislauferkrankungen vorgebeugt werden können. Die Untersuchungen des Mittagessens soll die beteiligten Akteure für eine ausgewogene kindgerechte Zusammenstellung des Mittagessens sensibilisieren", betonte Kreisdirektor Hans-Jürgen Petrauschke.

Vorbildlich ist dies bereits im Familienzentrum St. Pantaleon geschehen. "Die Veränderungen in der Mittagsverpflegung war nach der Analyse enorm. Fisch kommt nun wöchentlich auf den Tisch, Vollkornnudeln gehören zum Standardangebot. Im Wochenspeiseplan werden nachvollziehbar für Eltern und Erzieherinnen die Nährwerte der einzelnen Mahlzeiten ausgewiesen. Und ganz wichtig: den Kindern schmeckt das Essen immer noch!", sagte Kornelia Giese, Leiterin des Familienzentrums.

Auch Kreisgesundheitsdezernent Karsten Mankowsky freut sich über das positive Ergebnis. "Im Rahmen unseres Projektes haben wir nicht nur Schulungen für die Erzieherinnen und Hauswirtschafterinnen zum Thema gesunde Ernährung durchgeführt, sondern wir haben uns auch mit den  Caterer einzelner Einrichtungen zusammengesetzt, um die Mittagsverpflegung für die Kinder zu verbessern. Einrichtungen wie etwa das Familienzentrum hier in Jüchen-Hochneukirch arbeiten nun fachlich fundiert gemeinsam mit ihrem Caterer an der Zusammenstellung der Wochenspeisepläne."

Die Barmer Ersatzkasse unterstützt das Kreisprojekt mit finanziellen Mitteln und ist auch vom Erfolg überzeugt. "Gesundes Essen lässt sich lernen, am besten schon in der Kindheit. Prävention und Vorsorge sind die Grundlagen unseres Gesundheitssystems. Deshalb ist es uns wichtig, das Projekt "gewichtig!" mit solchen Maßnahmen zu unterstützen", so Friedel Geuenich.

Noch bis Sommer 2009 führt der Kinder- und Jugendärztliche Gesundheitsdienst des Kreises das Gesundheitsprojekt fort, das mit Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert wird. Daneben unterstützen der Landesverband der Betriebskrankenkassen, Barmer Ersatzkasse, IKK Nordrhein, Janssen Cilag GmbH sowie der Lions Club Neuss die Arbeit mit finanziellen Mitteln.

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