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Neue Erregervariante der Blauzungenkrankheit in den Niederlanden festgestellt

Portraitfoto Doktor Gerhard Fischer

Amtstierarzt Dr. Gerhard Fischer

Tiere |

In vier grenznahen Rinderbetrieben in den niederländischen Provinzen Gelderland und Overijssel wurde erneut die Blauzungenkrankheit festgestellt. Ursache der Ausbrüche ist allerdings ein anderer Infektionstyp als bei den Blauzungenfällen der letzten Jahre. Ab sofort zählt daher fast das ganze Gebiet des Landes Nordrhein-Westfalen - auch der Rhein-Kreis Neuss - zur 150-Kilometer-Kontroll- und Beobachtungszone, die um die Ausbruchbetriebe gebildet wurden.

Für die Halter von Schafen, Ziegen und Rindern bestehen durch die Einrichtung der Beobachtungszone weitgehende Einschränkungen.

Innerhalb der Zone dürfen nur noch Tiere transportiert werden, die frei von Erscheinungen der Blauzungenkrankheit sind. Grundsätzlich dürfen keine Tiere aus der Kontrollzone transportiert werden. Ausnahmen sind möglich für Transporte in freie Gebiete, die von amtlichen Gesundheitszeugnissen begleitet werden. Außerdem müssen die Transportfahrzeuge mit zugelassenen Mitteln gegen Insekten behandelt sein.

Mitte 2006 hatte sich die Blauzungenkrankheit aus den westlichen Nachbarstaaten kommend in ganz Nordrhein-Westfalen ausgebreitet, wo 2007 über 8.000 Rinder und mehr als 20.000 Schafe der Seuche zum Opfer fielen. Im Rhein-Kreis Neuss waren 57 Betriebe betroffen.

Vom Erreger sind bisher 24 Varianten (Serotypen) bekannt. 2007 war der Blauzungenvirus-Serotyp 8 (BTV-8) die Ursache. Gegen diesen Erregertyp wurden seit Juni 2008 die Schaf-, Ziegen- und Rinderbestände geimpft. Nach der Schutzimpfung sind keine weiteren Fälle im Rhein-Kreis Neuss festgestellt worden.

Beim aktuellen Ausbruch in den Niederlanden handelt es sich jedoch um den Serotyp 6, gegen den kein Impfschutz besteht. Die erneuten Maßnahmen müssen erfolgen, weil die Bestände gegen diese Variante nicht geschützt sind. Bei einer möglichen Einschleppung und Ausbreitung ist mit erheblichen Schäden zu rechnen.

Die Übertragung der Blauzungenkrankheit erfolgt von Tier zu Tier über Mücken. Für Menschen ist die Blauzungenkrankheit ungefährlich. Fleisch oder Milch kann bedenkenlos konsumiert werden.

Amtstierarzt Dr. Gerhard Fischer weist besonders auf die Verpflichtung aller Halter von Wiederkäuern hin, Verdachtsfälle unverzüglich dem Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt anzuzeigen.

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