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Wolfgang Niedecken mit Friedestrompreis des Rhein-Kreises Neuss ausgezeichnet

drei lächelnde Personen

Kultur |

Träger des Friedestrompreis 2008 ist der Begründer und Frontmann der Rockgruppe BAP, Wolfgang Niedecken. Im Rahmen eines Festaktes auf Burg Friedestrom in Dormagen-Zons nahm Niedecken vor rund 150 geladenen Gästen die renommierte Auszeichnung aus den Händen von Landrat Dieter Patt entgegen. Bereits seit 1986 verleiht der Rhein-Kreis Neuss mit seinem Internationalen Mundartarchiv "Ludwig Soumagne" alle zwei Jahre den Friedestrompreis für besondere Verdienste um die deutschsprachige Dialektliteratur.

"Der Friedestrompreis ist in seinem 22-jährigen Bestehen stets Ausdruck einer besonderen Wertschätzung gewesen", betonte Landrat Patt in seiner Festrede. Niedecken sei ein Künstler, mit dem eine neue Qualität im Umgang mit Dialekt erkennbar werde. "Er versteht es wie kein zweiter im Rheinland mit seinen Texten auch Jugendliche anzusprechen." Der "politisch engagierte und poetische Textschreiber" verfasse seine Themen "in unverstellter Alltagssprache", so Patt.

Wie der Landrat so bescheinigte auch Laudator Oliver Kobold dem Kölner Musiker und Songschreiber, dass er den Dialekt einsetze, um etwas zu bewegen. Dabei setzte der Stuttgarter Literaturwissenschaftler, der ein ausgewiesener Kenner der Texte von Wolfgang Niedecken und Herausgeber der Schrift "BAP – Die Songs 1976-2006" ist, Niedecken auf eine Stufe mit Friedestrompreisträger H.C. Artmann. Der Dichter Artmann galt als Pionier der Wiener Liedermacher, und so sieht Kobold Niedecken für die Kölner.

Sichtlich gerührt von den Lobesworten fielen Niedecken die Dankesworte schwer. "Ich singe lieber, das kann ich besser", sagt er und griff zu Gitarre und Mundharmonika. Einer der fünf Songs, die Niedecken in Zons sang, erzählt die Situation von Kindersoldaten in Uganda, für deren Resozialisierung sich der Künstler engagiert. Dem Projekt "Rebound", das er mit World Vision gegründet hat, spendet er sein Preisgeld von 3.600 Euro.

Wolfgang Niedecken ist der 12. Träger des Friedestrompreises. Zu den Preisträgern der Vorjahre gehören neben H.C. Artmann u. a. auch Gerhard Polt und zuletzt Gerd Dudenhöffer.

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