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5000 Besucher feierten "100 Jahre IHC in Deutschland" im Kreislandwirtschaftsmuseum

sieben lächelnde Personen neben altem Traktor

Kultur |

IHC, Case oder Harvester - das ehemalige Traktorenwerk im Neusser Hafen ist immer noch ein Begriff. Vor 100 Jahren vom amerikanischen McCormick Unternehmen gegründet, war das Werk bis zu seiner Schließung 1997 mit bis zu 5000 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber in Stadt und Kreis. In den 89 Jahren seines Bestehens schrieb das Werk Industriegeschichte. Über 600000 Traktoren, 1,5 Millionen Motoren und 1,7 Landmaschinen wurden in Neuss für Europa produziert.

Der runde Geburtstag wurde vom Förderverein des Kreislandwirtschaftsmuseums und dem Rhein-Kreis Neuss mit einem Jubiläumsfest und einer großen Ausstellung rund um historische und moderne Landmaschinen am vergangenen Wochenende im Kreislandwirtschaftsmuseum Sinsteden gefeiert. Rote Traktoren, wohin das Auge blickte. Dazwischen tummelten sich Liebhaber historischer Traktoren und Landmaschinen und zahlreiche ehemalige Neusser Case-Mitarbeiter, die sich viel zu erzählen hatten. Es war vor allem das angekündigte große Familientreffen der "Casianer", zu dem laut Veranstalter rund 5000 Besucher kamen.

"Was wir hier ausstellen, deckt 100 Jahre Landmaschinentechnik ab", sagte stolz Klemens A. Becker, Vorsitzender des Fördervereins und letzter Geschäftsführer des Neusser Traktorenwerks, der zusammen mit vielen ehrenamtlichen Mitstreitern in monatelanger Kleinarbeit das große Fest organisiert hatte. Von den 86 verschiedenen Traktormodellen, die im Neusser Werk seit 1908 produziert wurden, waren alle auf dem Schaugelände zu sehen. Insgesamt konnte der Förderverein über 200 verschiedene landwirtschaftliche Großgeräte aus Deutschland und dem benachbarten Ausland nach Sinsteden holen.

Viele Mitglieder im Förderverein sind selbst ehemalige Case-Mitarbeiter und halten in ihrer Freizeit die Geschichte des Neusser Werks lebendig.

Und auch Landrat Dieter Patt, der zusammen mit NRW-Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg und den ehemaligen IHC-Generaldirektoren Eberhard Freter und Dr. Hans-Günter Proffen das Jubiläumsfest eröffnete, verbindet persönliche Erinnerungen mit dem Neusser Werk: "Case war ein starkes Stück Heimat für Neuss, und ohne die "roten Pferdchen" war Karneval kaum möglich", erinnert sich der Landrat. Patt dankte den Mitgliedern des Fördervereins, der in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen feiert, für ihr ehrenamtliches Engagement bei der Veranstaltung und für das Kreislandwirtschaftsmuseum: "Ohne Sie wäre das hier nicht möglich."

Angesichts des großen Zuspruchs beim Jubiläumsfest will Patt den Kontakt mit den heutigen Eigentümern von J. I. Case aufnehmen und ausloten, welche Möglichkeiten der weiteren Zusammenarbeit bestehen. Bereits bei der Schließung hatte Patt sich dafür eingesetzt, dass der letzte in Neuss produzierte Traktor und viele historische Firmenunterlagen für die Nachwelt erhalten blieben und im Kreislandwirtschaftsmuseum eine neue Heimat fanden.

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