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Landrat Patt mit Neusser "Quirinus-Glocke" bei Staatspräsident Silva

zwei Personen unterhalten sich

Landrat Dieter Patt im Gespräch auf Augenhöhe mit Portugals Staatspräsident Prof. Anibal Cavaco Silva (links).

Partnerschaften |

Seit zwölf Jahren besteht zwischen dem Rhein-Kreis Neuss und dem portugiesischen Kreis Grândola eine enge Partnerschaft, die schon zu zahlreichen internationalen Jugendbegegnungen geführt hat und auch einen regelmäßigen Praktikanten-Austausch beinhaltet. Sein jüngster Arbeitsbesuch in Portugal führte Landrat Dieter Patt jetzt - auch als Vorsitzender des Kulturausschusses des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) - erneut mit Staatspräsident Prof. Anibal Cavaco Silva und dem Präsidenten der Region Alentejo, Dr. Carlos Beato, zusammen.

Nach früheren Begegnungen im Präsidentenpalast in Lissabon und im Kulturzentrum Lousal war Patt bei seinem mittlerweile dritten Treffen mit Präsident Anibal Cavaco Silva Gast bei der feierlichen Eröffnung der großen Verbrauchermesse in Grândola. Im Gepäck hatte der Landrat neben zahlreichen Themen der deutsch-portugiesischen Zusammenarbeit auch eine Quirinus-Tischglocke. Vor laufenden TV-Kameras probierte Präsident Silva das Gastgeschenk sofort aus und erklärte, es künftig bei seinen Sitzungen einsetzen zu wollen.

Neben der Ende 2007 abgelaufenen EU-Präsidentschaft Portugals gehörte das Thema Energie zum jüngsten Gedankenaustausch. So ist Portugal besonders interessiert an Windkraft und Wasserkraft. In beiden Bereichen ist RWE bereits in Portugal engagiert. Landrat Patt bringt nun die Region Alentejo mit ihren besonders guten Bedingungen für die Erzeugung von Windenergie mit der Windtest GmbH in Grevenbroich zusammen, die mit ihrem Know-how bereits Patts lokalen Energiepakt unterstützt und über international gefragte Messtechniken und umfassende Beratungsmöglichkeiten verfügt.

Vereinbart wurde in Portugal auch eine engere Zusammenarbeit in Europafragen. Geplant ist zunächst, dass die Leiterin des Europabüros in Grândola, Raquel Bizzaro, ein Praktikum im Europabüro des Rhein-Kreises Neuss absolviert, bei dem seit 2005 auch eines von deutschlandweit 52 Europe-Direct Informationsrelais angesiedelt ist. Beide Seiten unterstrichen zudem, dass sie die Kontakte in den Bereichen Feuerwehr und Gefahrenabwehr vertiefen wollen. Erst im Mai dieses Jahres hatte eine Delegation der "Bombeiros Voluntarios de Grandola", also der Freiwilligen Feuerwehr aus Grândola, den Rhein-Kreis Neuss besucht.

Der europäische Gedanke werde erkennbar in der Partnerschaft des Rhein-Kreises Neuss mit dem Kreis Grândola gelebt, betonte Landrat Patt nach seiner Rückkehr aus Portugal. Das komme vor allem der Jugend zugute, wie allein schon der erfolgreiche Jugend- und Praktikantenaustausch, in den auch der polnische Partnerkreis Mikolów eingebunden ist, zeige. Kreisjugendamtsleiter Norbert Dierselhuis konnte in Portugal positive Gespräche über ein Austauschprogramm zwischen dem Jugendorchester von Grândola und dem Schulorchester des Gymnasiums in Jüchen führen: Das Schulorchester des Jüchener Gymnasiums mit Musiklehrer Jörg Enderle wird im nächsten Jahr Konzerte in Grândola geben, u. a. auf der dortigen Kunst-, Kultur- und Verbrauchermesse. Das portugiesische Orchester wird wiederum Konzerte in Jüchen geben.

2006 hatte Landrat Patt im Beisein des portugiesischen Staatspräsidenten die Ehrenmedaille für Verdienste um die regionale Entwicklung im Alentejo erhalten, und zwar im Rahmen der Eröffnung des neuen Museums in dem ehemaligen Minendorf Lousal. Patt ist in Zusammenarbeit mit dem Landschaftsverband Rheinland Berater für das in Portugal bisher einzigartige Industriemuseum. Auf seine Initiative hin, hat der Vorstandvorsitzende der Volkswagen AG, Prof. Dr. Martin Winterkorn, dem Museum Lousal drei original alte VW-Käfer gestiftet. Besonders interessiert war der Landrat bei seinem aktuellen Besuch des Museums an einem mit der Universität Lissabon entwickelten Programm für 3D-Präsentationen, das, so Patt, "möglicherweise auch auf andere Bereiche bei uns übertragbar ist".

Über die Entwicklung des Tourismus im Alentejo informierte sich Landrat Patt bei einem Hubschrauberrundflug, der deutlich machte, wie die Region ihre 40 Kilometer lange Atlantik-Küste unter Berücksichtigung des Landschaftsschutzes für den Soft-Tourismus nutzen will. Patt: "Eine Chance auch für deutsche Investoren."

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