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Psychiatriebericht 2008 für den Rhein-Kreis Neuss

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Nachdem 1994 der erste Psychiatriebericht für den Rhein-Kreis Neuss erschienen ist, legt der Rhein-Kreis Neuss jetzt eine Neuauflage vor. Der aktuelle Bericht gibt einen Überblick über das gesamte psychiatrische Versorgungsspektrum, vom niedergelassenen Arzt über Krankenhausversorgung, Rehabilitation und Nachsorge bis hin zu Wohn- und Arbeitsangeboten. Zudem formuliert der unter dem Dach der Gesundheitskonferenz im Rhein-Kreis Neuss erstellte Bericht Handlungsempfehlungen für die Zukunft.

Die Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen ist im Rhein-Kreis Neuss gut; es gibt gleichwohl auch Ansatzpunkte für Verbesserungen. Das ist die Grunderkenntnis des 114 Seiten umfassenden Berichts, den Kreisdirektor Hans-Jürgen Petrauschke, Kreisgesundheitsdezernent Karsten Mankowsky und Carsten Rumpeltin, Leiter der Geschäftsstelle der Kreisgesundheitskonferenz, gemeinsam mit Dr. Martin Köhne, Ärztlicher Direktor des St. Alexius- / St. Josef-Krankenhauses Neuss, jetzt im Kreishaus Neuss vorstellten.

"Der Psychiatriebericht 2008 wäre ohne die tatkräftige Mitwirkung vieler Akteure der psychiatrischen Versorgung im Rhein-Kreis Neuss nicht zustande gekommen. Sie haben in zahlreichen Sitzungen des eigens für die Berichterstellung eingerichteten ‚Arbeitskreises Psychiatrieplanung’ sowie in zusätzlichen Workshops die Inhalte erarbeitet", sagte Kreisdirektor Petrauschke, der allen Beteiligten für ihr Engagement und die gute Zusammenarbeit dankte.

Wie präsent psychische Probleme im Alltag sind, machte Dr. Köhne mit einer Zahl aus der Ambulanz seines Hauses deutlich: "Wenn es auch nicht die Regel ist, so gibt es durchaus Tage, an denen allein 40 bis 50 Menschen hier Hilfe suchen." Zahlen für die kreisweite Häufigkeit von psychiatrischen Diagnosen nannte Carsten Rumpeltin: Von einer Demenz sind zurzeit 5 000 Menschen im Rhein-Kreis Kreis betroffen, an Schizophrenie leiden etwa 4 500 Betroffene, Depressionen wurden bei ca. 37 000 Menschen festgestellt und die Zahl der Alkoholerkrankungen liegt bei 16 500.

Wie Gesundheitsdezernent Mankowsky betonte, soll der jetzt vorliegende Bericht auch konkret dazu beitragen, die Versorgungssituation im Rhein-Kreis Neuss weiter zu verbessern. So gibt es zum Beispiel noch Handlungsbedarf beim Krisendienst, bei der flächendeckenden Möglichkeit zur Methadonsubstitution sowie beim kreisweiten Angebot an Sozialpsychiatrischen Zentren und bei Wohnformen für psychisch Kranke und Suchtkranke. Auch eine systematischere Förderung des bürgerschaftlichen Engagements könnte die Betreuungssituation optimieren. Zu diesen und vielen weiteren Punkten zeigt der Psychiatriebericht Handlungsmöglichkeiten auf.

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