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Dezernent Karsten Mankowsky © Rhein-Kreis Neuss | Volle Größe

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Fachtagung widmete sich der häufigsten psychiatrischen Krankheit im Alter

Gesundheit |

Unter dem provokanten Titel "Tatort Demenz" beleuchtete jetzt eine Fachtagung im Kreishaus Grevenbroich die aktuelle Versorgungssituation demenzkranker Menschen. So gab es im großen Sitzungssaal keinen freien Platz als Kreisgesundheitsdezernent Karsten Mankowsky rund 170 Teilnehmer begrüßte, die der Einladung der Gesundheitskonferenz des Rhein-Kreises Neuss gefolgt waren. Wie Mankowsky betonte, hat sich der Rhein-Kreis Neuss bereits 2006 mit einer ähnlichen Veranstaltung des Themas angenommen, das aufgrund der demographischen Entwicklung immer stärker in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses rückt.

In Nordrhein-Westfalen sind mehr als 300.000 Menschen an Demenz erkrankt - im Rhein-Kreis Neuss sind es über 5.000. Die Demenz ist die häufigste psychiatrische Erkrankung im Alter. Bei der Veranstaltung im Kreishaus trafen sich Medizin– und Pflegeexperten sowie Angehörige und Freunde von Betroffenen, um sich in vier Themenbereichen über Diagnostik, Behandlung und Begleitung der Erkrankten sowie über Kommunikation zwischen Ärzten und Pflegekräften auszutauschen.

"Mehr als zwei Drittel der über 80-Jährigen sind betroffen", so der Geschäftsführer der Gesundheitskonferenz Carsten Rumpeltin, der die Veranstaltung moderierte. Dies weise das Alter als eigentlichen Risikofaktor aus. Beeindruckend waren für die Tagungsteilnehmer die authentisch vermittelten Fallbeispiele, die sowohl von den Fachreferenten als auch von Angehörigen vorgetragen wurden. Sie offenbarten einerseits ein breites Spektrum an Problemen bei der Betreuung Demenzkranker, waren andererseits aber auch ein Beleg für die vielfältigen intensiven Bemühungen um die Erkrankten. In einem Fall zum Beispiel wurde eine moderne Wandgestaltung mit aneinandergereihten farbigen Punkten von den Demenzkranken Bewohnern einer Einrichtung als Schmutzflecken interpretiert, was dazu führte, dass ständig versucht wurde, die "Flecken" zu entfernen. Ein neuer Anstrich beseitigte diesen für die Betroffenen unakzeptablen Zustand.

"Beispiele dieser Art demonstrierten, dass man den durch die Erkrankung hervorgerufenen Schwierigkeiten nicht hilflos gegenübersteht. Vielmehr sind Sensibilität, Fachwissen und Kommunikation gefordert, um Demenzkranken gerecht werden zu können", so Dr. Michal Dörr, Leiter des Kreisgesundheitsamtes.

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