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Immissionsschutz - bürgernah und aus einer Hand

Personengruppe steht vor einem Gebäude

Karsten Mankowsky und Norbert Clever mit den neuen Mitarbeitern der Kreisverwaltung

Umwelt |

"Früher mussten wir die Bürger meist an die Bezirksregierung Düsseldorf oder das Staatliche Umweltamt in Krefeld verweisen, wenn Beschwerden über Lärm oder Geruchsbelästigung eingingen. Darüber habe ich mich oft geärgert. Jetzt können wir in vielen Fällen selbst weiterhelfen", so Kreisumweltdezernent Karsten Mankowsky, der im Kreishaus Grevenbroich gemeinsam mit Norbert Clever, Leiter des Kreisumweltamts, die neu gebildete Untere Immissionsschutzbehörde des Rhein-Kreises Neuss vorstellte. Sie besteht aus sechs Mitarbeitern, die der Kreis zur Erledigung neuer Aufgaben vom Land NRW übernommen hat. "Wir waren auch bisher im Immissionsschutz tätig, so dass sich für uns vor allem die örtliche Zuständigkeit ändert. Und im Rhein-Kreis Neuss kennen wir uns recht gut aus", erklärt Bernd Schemion, der die Untere Immissionsschutzbehörde leitet.

Im Rahmen der Verwaltungsstrukturreform hat die Landesregierung nicht nur die Zuständigkeit im Schwerbehindertenrecht und beim Elterngeld sondern auch Umweltaufgaben weitgehend auf die Kommunen übertragen. So ist seit Jahresbeginn auch der Rhein-Kreises Neuss für den bisher staatlichen Vollzug des Bundesimmissionsschutzgesetzes zuständig. Das Land behält seine Kompetenzen nur für besonders umweltrelevante Anlagen, beispielsweise Beispiel Chemieparks, Abfallverbrennungsanlagen und große Kraftwerke. "Alle anderen genehmigungsbedürftigen Anlagen, zum Beispiel Windkraftanlagen, Viehhaltungen in der Landwirtschaft oder Anlagen zur Kiesaufbereitung, werden vom Rhein-Kreis Neuss zugelassen und überwacht. Davon gibt es im Kreisgebiet 159", erläutert Kreisumweltamtsleiter Clever. "Außerdem ist der Kreis zuständig für circa 35.500 nicht genehmigungsbedürftige Anlagen, etwa chemische Reinigungen, Bäckereien und Handwerksbetriebe."

Dank der Neuregelung ist nur noch eine Behörde Ansprechpartner für alle Umweltbelange einer Anlage zuständig. "Dementsprechend gibt es auch für Betriebe nur einen Ansprechpartner. Irrwege durch den Behördendschungel werden so vermieden", sagt Bernd Schemion. Wie Kreisumweltdezernent Mankowsky betont, freue sich die Kreisverwaltung über die neuen Aufgaben im Immissionsschutz und werde sie engagiert und mit kurzen Wegen für die Bürger wahrnehmen: "Die Neuregelung ist vernünftig und erleichtert auch Baugenehmigungs- und Bauleitplanverfahren. An diesen Verfahren ist der Kreis ohnehin oft als Wasser-, Bodenschutz-, Abfall- oder Landschaftsbehörde zu beteiligen. Jetzt können die Bewertungen der einzelnen Umweltbehörden im Kreisumweltamt zu einem Guss koordiniert werden. Das entspricht unserer Vorstellung von der Kreisverwaltung als modernem und kundenorientiertem Dienstleister."

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