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Bei der Vermehrung der Schwarzpappel wird im Rhein-Kreis Neuss nachgeholfen

sechs Personen mit Kartenmaterial

Umwelt |

Die heimische Schwarzpappel gehört zu den stark gefährdeten Baumarten in Europa. Ihr Bestand in Deutschland wird auf nur noch 3.000 Exemplare geschätzt. Der Rhein-Kreis Neuss, die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald in Dormagen und die Abteilung Forstgenetik des Landesbetriebs Wald und Holz NRW haben daher ein Projekt gestartet, um die seltene Baumart im Kreisgebiet zu vermehren. "Die Schwarzpappel ist mit dem knorrigen Stamm und der dunklen, zerfurchten Rinde ein typisches und prägendes Element der Rheinauen. Durch ihren Schutz und die Vermehrung leisten wir einen Beitrag zur Erhaltung der heimischen Artenvielfalt und zu einer attraktiven Landschaft. Davon profitieren alle, die in der Natur Erholung suchen", so Kreisdirektor Hans-Jürgen Petrauschke bei der Entnahme von Schwarzpappel-Stecklingen im Naturschutzgebiet "Zonser Grind".

In dem rund fünf Hektar großen Naturschutzgebiet am Rheinufer wurden im vergangenen Jahr von 110 Pappeln Proben genommen. Genetische Untersuchungen der Abteilung Forstgenetik des Landesbetriebs Wald und Holz NRW haben ergeben, dass es sich bei 107 Exemplaren tatsächlich um reine Schwarzpappeln und nicht um weit verbreitete Kreuzungen mit anderen Pappelarten handelt. "Das ist rund ein Fünftel des gesamten Bestands an Schwarzpappeln in Nordrhein-Westfalen. Dieses große Vorkommen ist ein echter Glücksfall, der viel zur Erhaltung der Art beitragen kann", stellt Elmar Schmidt von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald in Dormagen fest.

Um die seltene Baumart zu erhalten und im Kreisgebiet wieder anzupflanzen, werden die genetisch geprüften Schwarzpappeln im "Zonser Grind" für Arterhaltungsmaßnahmen verwendet. "Auch die landesweiten Aktivitäten zum Schutz und zur Verbreitung der Schwarzpappel werden mit diesem Gemeinschaftsprojekt unterstützt", erklärt Dr. Joachim Heyder vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW. "Von den echten Schwarzpappeln werden sogenannte Steckhölzer gewonnen, die teilweise durch die Forstgenbank in Arnsberg im Gewächshaus vorgezogen und zum anderen Teil direkt in einem sogenannten Mutterquartier zur systematischen Vermehrung verwendet werden." Für die Anlage eines "Mutterquartiers" hat der Rhein-Kreis Neuss eine etwa ein Hektar große Fläche im Auenbereich des Norfbaches eingerichtet. Außerdem ist im Rahmen des Schwarzpappelprojektes die Anlage sogenannter Samenplantagen an geeigneten Standorten in Rheinnähe geplant. Mit dieser Maßnahme soll die natürliche Verbreitung der Art in der Weichholzaue des Rheins unterstützt werden.

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