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Krisenmanagement: Lernen für den Ernstfall

Personengruppe vor Feuerwehr-Löschfahrzeug

Sicherheit |

Ein Zugunglück mit zahlreichen Verletzten, eine schwierige Bergungs- und Rettungslage, der Verdacht auf einen terroristischen Anschlag - mit diesem Krisenszenarien musste sich der Krisenstab des Rhein-Kreises Neuss beim Landesinstitut der Feuerwehr in Münster auseinandersetzen. Unter der Führung von Hans Joachim Klein, Leiter des Amtes für Sicherheit und Ordnung beim Rhein-Kreis Neuss, wurde der Krisenstab in einem viertägigen Seminar im Krisenmanagement von Großschadenslagen geschult.

Für Kreisdirektor Hans-Jürgen Petrauschke, der im Ernstfall den Krisenstab des Kreises leiten wird, gibt es keine absolute Sicherheit, aber erfolgreiches Krisenmanagement: "Kenntnisse über die Qualität potenzieller Gefahrenlagen, die Stärkung der eigenen Führungsqualitäten sowie Erfahrungen mit der Koordination und Steuerung von Abläufen im Krisenfall stehen seit vielen Jahren schon auf dem Übungsplan unseres Krisenstabes. Wir üben mit zahlreichen Partnern, Hilfs- und Rettungsorganisationen, Kreispolizei und Bundeswehr mögliche Großschadensszenarien im Rhein-Kreis Neuss, um  für den Ernstfall besser gerüstet zu sein."

Neben theoretischen standen auch praktische Übungen für den Krisenstab im Mittelpunkt des Seminars in Münster, die von Institutsmitarbeitern des höheren feuerwehrtechnischen Dienstes beobachtet und bewertet wurden. Am Ende zog Seminarleiter Ludger Hoster vom Landesinstitut eine positive Bilanz: "Sie hätten die Großschadenslage mit ihren Maßnahmen in den Griff bekommen."

Zum ersten Mal hatte der Rhein-Kreises Neuss die Möglichkeit, seinen kompletten Krisenstab im Landesinstitut zu schulen, da landesweit die Warteliste sehr groß ist. Entsprechend froh war Hans-Joachim Klein, einen der begehrten Lehrgänge für Krisenmanagement erhalten zu haben: "Das Seminar war sehr professionell gestaltet und hat wertvolle Hinweise gegeben, wie die Arbeit unseres Krisenstabs bei Großschadenslagen noch weiter optimiert werden kann."

Im Rahmen der Fortbildung konnten sich die Seminarteilnehmer aus dem Rhein-Kreis auch ein Bild von der modernen technischen Ausstattung am Landesinstitut machen. Besonders beeindruckt war die 17-köpfige Gruppe von der erst im vergangenen Jahr fertig gestellten neuen Übungshalle für Feuerwehren, die in der Art und Funktionalität die modernste in Deutschland ist. Auf einer Hallenfläche von mehr als 7.000 Quadratmetern haben Feuerwehren mit Fahrzeugen und Gerätschaften die Möglichkeit, Einsätze unter realistischen Bedingungen in und an Wohn-, Geschäfts- und Industriegebäuden zu üben. Die Ausmaße der Halle lassen auch Lösch- und Menschenrettungsübungen in großen Höhen mit einer Drehleiter zu. Über 24 Millionen Euro wurde nach Auskunft von Seminarleiter Hoster in den Bau und in die innovative Technik investiert. Geld, das nach Ansicht aller Seminarteilnehmer gut investiert wurde.

Das Landesinstitut in Münster ist nicht nur die zentrale Ausbildungsstätte zur Ausbildung von Feuerwehrangehörigen, sondern auch zuständig für die landesweite Aus- und Fortbildung von Mitgliedern der Krisenstäbe des Innenministeriums, der Bezirksregierungen sowie von Kreisen und kreisfreien Städten.

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